Disney+ entfernt Filmklassiker aus Kinderprofilen

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Disney hat ausgewählte Filme aus dem Programm der Kinderprofile entfernt, sodass nur Erwachsene Zugriff auf diese haben. Wenn Kinder nun Klassiker wie „Peter Pan“ aus dem Jahr 1953 oder „Aristocats“ von 1970 auf der Streamingplattform Disney+ anschauen wollen, braucht es jemanden mit normalem Zugang zum Streamingdienst, beispielsweise das ältere Geschwisterkind oder einen Elternteil. Zusätzlich lassen sie sich auch per Direktlink nicht von Kinderprofilen abrufen, da stattdessen folgender Hinweis auftaucht: „Dieser Titel kann leider nicht aufgerufen werden, da er gegen deine Profileinstellungen für die Kindersicherung verstößt.“

Bereits im Oktober 2020 hatte Disney+ damit begonnen, ebendiese Filme mit Warnhinweisen im Menü und Einspielern zu Beginn des Films zu markieren. In diesen Einblendungen heißt es: „Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder Misshandlungen von Menschen oder Kulturen. Diese Stereotypen waren damals falsch und sind auch heute falsch. Anstatt diese Inhalte zu entfernen, wollen wir ihre schädlichen Auswirkungen anerkennen, daraus lernen und Gespräche anregen, um gemeinsam eine integrativere Zukunft zu schaffen.“ Während Kinder ebendiese Filme nicht mehr in ihrer Auswahl haben, können Erwachsene mit normalem Zugang der Plattform diese jedoch nach wie vor mit Zusatz des Hinweises einsehen. Nachdem dieser zehn Sekunden angezeigt wird, startet der Film automatisch.

Nach einer Sichtung des Archivmaterials im vergangenen Jahr will Disney vermehrt darauf aufmerksam machen. Ebendiese Filme stereotypisieren und stellen verschiedene Kulturen klischiert dar. Begleitet wird der Text mit einem Verweis auf die Webseite „Stories Matter“. Diese ist eine von Disney hervorgerufene Initiative, welche sich für die Vielfalt und Integration in ihren Filmen engagiert.

Disney verweist auf rassistische Darstellungen

Auf der „Stories-Matter“-Webseite reflektiert Disney, „Peter Pan“s Ureinwohner*innen „in einer stereotypen Weise“ dargestellt und zusätzlich als „Rothäute“ bezeichnet zu haben. Neben unverständlicher Sprache, die Disney den Ureinwohner*innen des Films gab, werden sie zusätzlich durch Protagonist Peter Pan im Rahmen kultureller Aneignung und Verspottung diskriminiert.

Über „Aristocats“ sagt Disney, dass der Kater als „rassistische Karikatur ostasiatischer Völker mit übertriebenen stereotypen Merkmalen wie schrägen Augen und Hasenzähnen“ dargestellt wird. Außerdem verpassten sie ihm eine – von einem weißen Schauspieler eingesprochene – schlecht akzentuierte englische Aussprache. Auch hier wird die andere Kultur und Sprache verspottet, sodass unter anderem Sätze wie, „Shanghai, Hongkong, Egg Foo Young. Fortune cookie always wrong“ fallen.


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