Does It Offend You, Yeah?

Wenn heutzutage eine Band „We Are Rockstars“ proklamiert, bedeutet das bei weitem nicht, dass Gitarren im Zentrum ihres musikalischen Schaffens stehen. 2007 „rockte“ es insbesondere in der Elektro-Rock-Szene, die an die Oberfläche zurück – und was dabei herauskommen kann, wenn Rock und Elektro sich leidenschaftlich paaren, wurde uns dieses Jahr von Acts wie Justice, Digitalism oder Simian Mobile Disco eindrücklich aufgezeigt. Mit adrenalingeladenen Beats, verspielten Samples und irren Vocoder-Effekten brachten sie frischen Wind in die Rockszene, die irgendwie nicht mehr richtig vom Fleck kam und sich in Redundanzen zu verlieren drohte. Nicht, dass diese „neue“ Musik revolutionär gewesen wäre – aber verdammt gut. „We Are Rockstars“ behaupteten auch Does It Offend You, Yeah? auf ihrem gleichnamigen Track. Das Vierergespann aus Reading kombiniert die Nonchalance und die Unbeschwertheit der französischen Electro-Acts mit der Direktheit englischer Künstler. Das Resultat ist ein pulsierender, vibrierender, elektrisierender Sound, der sich mit der Präzision eines Laserstrahls durch die Gehörgänge frisst. Vergleiche mit Daft Punk und DFA, aber auch mit oben genannten Acts, sind durchaus legitim, verschleiern aber die Originalität, mit der die Briten zu Werke gehen. Ihr künstlerisches Talent durften Does It Offend You, Yeah? bereits für andere unter Beweis stellen: mit Remixes für Bloc Party – sie selbst bezeichneten sich gar als „electro Bloc Party“ –, Muse und The Raconteurs hinterliessen sie ihre ersten Spuren in der Musiklandschaft. Und dieses Jahr heimsten sie auch gleich ihren ersten Award ein: den „Guardian Unlimited“ für den worst band name. Nächstes Jahr folgt das heiß erwartete Debütalbum – man darf gespannt sein. Und Anfang Januar kommen Does It Offend You, Yeah? für drei Konzerte nach Deutschland. Nichts wie hin!

www.doesitoffendyou.com www.myspace.com/doesitoffendyou

David Gadze – 20.12.2007


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