ECHO 2018: So eindeutig sprach Campino sich gegen Kollegah und Farid Bang aus

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Am Donnerstagabend wurde in Berlin der ECHO 2018 in 22 Kategorien verliehen. Großer Gewinner des Abends ist Ed Sheeran, der viermal nominiert wurde und in den Kategorien „Hit des Jahres International“, „Künstler International“ und „Album des Jahres“ gewann. Helene Fischer gewann einen Echo und baut damit ihren Platz als Rekordhalterin mit insgesamt 17 Echos aus. Seht hier alle Gewinner des ECHO 2018 in der Übersicht.

Am meisten gesprochen wird nun aber über zwei Gewinner, über deren Nominierung und geplanten Auftritt schon im Vorfeld heftig diskutiert wurde: Kollegah und Farid Bang. Campino, der stellvertretend für seine Band Die Toten Hosen einen Echo in der Kategorie „Rock National“ entgegennahm, bezog in seiner Dankesrede eindeutig Stellung zur Kontroverse um Kollegah, Farid Bang, ihr Album „Jung Brutal Gutaussehend 3“ und insbesondere den so strittigen Bonus-Track „08/15“, in dem eine geschmacklose Zeile über Auschwitz-Opfer gerappt wird. Kollegahs erste Reaktion: Genervt legte er seinen Kopf auf den Tisch.

ECHO 2018: Campinos Rede gegen Kollegah und Farid Bang im (gekürzten) Wortlaut

Campino sagte:

„Ich habe mir viele Gedanken gemacht angesichts des Streits um ein Lied. Ob es sinnvoll ist, überhaupt hier hinzukommen. Der einfachste Weg wäre: Man entzieht sich der Situation, bleibt Zuhause. Ich persönlich glaube aber: Wer boykottiert, kann nicht mehr diskutieren. Wer nicht mehr diskutiert, überlässt das Feld den anderen. (…) Ich mache mit den Toten Hosen seit über 30 Jahren Musik. Ich bin ein bisschen vom Fach. Das Stück über das sich alle streiten, kommt aus dem Battle Rap, wo es darum geht, sich gegenseitig zu toppen. Wenn man das bedenkt, relativiert sich alles. Wir sollten keinen tieferen Sinn suchen, wo es keinen Sinn gibt. (…) Im Prinzip halte ich Provokation für gut und richtig. Aus ihr heraus können verdammt gute Sachen entstehen. (…) Wenn Provokation aber eine frauenfeindliche, homophobe, rechtsextreme oder antisemitische Form annimmt, wird eine Grenze überschritten. (…) Ich bin nicht die Bundesprüfstelle und auch nicht die Ethikkommission. Aber ich spreche für alle, die so denken wie ich: Verbote und Zensur sind nicht die Lösung. Ich hoffe, dass wir durch solche Auseinandersetzungen zu einem anderen Bewusstsein finden, was noch erträglich ist und was nicht.“



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