Eminem

ER KAM, SAH UND LIESS RELATIV viele enttäuschte Gesichter zurück. Mr. Großmaul hatte es bei seinem Auftritt im Rahmen der heillos überfüllten Juice Jam nicht leicht. Vor ihm hatten bereits Ferris MC und High & Mighty nach allen Regeln der Kunst das Haus gerockt. Um das Intensitätslevel da noch ein paar Grade zu steigern, hätte Marshall Mathers alias Slim Shady alias Eminem dann schon ein bisschen souveräner agieren müssen. Nach kurzer Wartezeit, die sein Manager nutzte, um hinter der Bühne noch einmal mit ein paar eigenwilligen Forderungen ordentlich für Wirbel zu sorgen, hüpfte Eminem zusammen mit einem DJ und ein paar Begleitern freundlich begrüßt auf die Bühne. Sein legendärer Ruf war ihm natürlich auch in der Münchener HipHop-Crowd vorausgeeilt. Einlösen konnte er die Vorschusslorbeeren dann allerdings nur teilweise, denn live überzeugte der derzeit führende Kinderschreck unter den US-Rappern nur bedingt. Wenn er, wie bei „My Name Is…“ oder „Role Model“ einmal richtig in Fahrt kam und nicht ganz jugendfreie, dafür perfekt inszenierte fiktive Telefongespräche in die Stücke einbaute, dann war das schon unterhaltsam. Als Live-Rapper ist Mr. Slim Shady, man kann es drehen und wenden wie man will, allerdings nur Durchschnitt. Da halfen dann auch irgendwann seine locker in die erwartungsfrohe Menge geworfenen Kraftausdrücke nicht mehr viel. So pointiert seine Reime auf Platte auch den Kern der Sache treffen, in der Muffathalle wirkte Eminems Performance so blass, wie er selbst ist. Zwar stieß das lustlos abgespulte Programm auf Seiten der Fans durchaus auf Begeisterung. Was den freudig mit dem Mittelfinger herumfuchtelnden Künstler freilich nicht davon abhielt, überaus pünktlich den Abmarsch ins Hotel anzutreten.

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