Fake-Fame: US-Band Threatin erschummelt sich Europatour

Jered Threatin hat es geschafft: Er hat ohne Band, ohne Fans und mit geborgtem Geld eine Europa-Tour für sich geplant. Blöd nur, dass sein Schwindel aufflog, als zum ersten Gig im Londoner Club „The Underworld” nur drei (3!) Leute kamen.

Aber first things first: Jered Threatin alias Jered Eames stammt aus den USA und nahm nach der Trennung seiner früheren Bands 2017 im Alleingang ein Alternative-Metal-Album namens BREAKING THE WORLD auf. Damit wollte er anscheinend gern durch Europa touren. Um von Veranstaltern gebucht zu werden, gaukelte er vor, Threatin sei eine berühmte US-Metalband – offenbar so gut, dass tatsächlich eine Tour gebucht wurde.

Wie man so etwas so überzeugend faken kann? Eigentlich ziemlich leicht. Facebook-Likes und YouTube-Views kann man kaufen, und Socialmedia-Kanäle sind auch schnell erstellt. Jered Threatin erstellte auch eine fiktive Website namens „Top Rock Press”, auf der über seine Band berichtet wurde – die restlichen Artikel klaute er einfach von echten Metal-Medien.  Zudem handelte Threatin seine Geschäfte mit den Veranstaltern über die von ihm erfundene fiktive Booking-Agentur „Stageright Booking” ab und engagierte Musiker, die die Tour mit ihm gemeinsam spielen würden.

So hätte die Tour von Threatin aussehen sollen:

1. Nov: London, Großbritannien @ The Underworld 
4. Nov: Newcastle upon Tyne, Großbritannien @ Trillians
5. Nov: Glasgow, Schottland @ Ivory Blacks
6. Nov: Bristol, Großbritannien @ The Exchange
7. Nov: Manchester, Großbritannien @The Rebellion
8. Nov: Birmingham, Großbritannien @ The Asylum
11. Nov: Belfast, Irland @ Empire Music Hall
13. Nov: Paris, Frankreich @ Le Klub
15. Nov: Mailand, Italien @ Druso
16. Nov: Weinheim, Deutschland @ Café Central

Spät flog Threatin doch noch auf: Zum ersten Konzert der Tour am 1. November im Londoner Club „The Underworld” kamen nur drei Leute. Vorab soll Threatin behauptet haben, 291 Tickets verkauft zu haben. Ein paar Tage später in Bristol passierte ähnliches – dort hatten sich allerdings 100 „Fans” schon via Facebook-Event angemeldet. Die stammten jedoch alle aus Brasilien.

Der Rest der Tour wurde schließlich nach und nach abgesagt, einschließlich dem geplanten Gig im „Café Central” im deutschen Weinheim. Jered Threatin äußerte sich schließlich über seine zahlreichen Social-Media-Kanäle zu seinem Hoax: „Was sind ‚Fake News‘? Ich habe einen leeren Raum zu einer Schlagzeile gemacht. Wenn du das liest, bist du ein Teil der Illusion.”

Während Ärger hier vorprogrammiert scheint, nehmen es manche gelassen: Von der Bar in Bristol, wo Threatin ohne Publikum spielte, wurde etwa der Aufruf retweetet, sich in der Bar zu versammeln, um „den Mann, den Mythos, die Legende” Jared Threatin für seine Verarsche zu feiern.


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