Fleetwood Mac


Ein Riesengerüst bedeckt die Bühne im Entertainment Centre. Darauf sind Transparente mit vier bunten Masken gespannt. Denn das Motto der in Australien startenden Welttournee von Fleetwood Mac heißt „Behind The Mask“. Als sich das Gerüst langsam hebt, springen die 12.000 Fans in der hufeisenförmigen Konzerthalle jubelnd von ihren Sitzen auf. Mac is back.

Schon nach einem Stück vom neuen Masken-Album besinnen sich Stevie Nicks, Mick Fleetwood, die McVies und ihre beiden neuen Mitspieler Billy Burnette und Rick Vito auf ihre endlose Liste von Hits und spulen diese in den folgenden 90 Minuten routiniert ab. „Break The Chain“. „Seven Wonders“ und „Isn’t It Midnight“ leiden allerdings unter der leicht übersteuerten Anlage, die das Vergnügen arg trübt. Stevie Nicks nutzt die Show derweil zur Selbstdarstellung. Auf ihren Zehn-Zentimeter-Absätzen stöckelt sie nach jedem zweiten Stück hinter die Bühne und wirft sich ein neues Gewand über ihr schwarzes Kleid – mal rot, mal gelb, mal blau. Die Modenschau gipfelt schließlich in ihrem Solo-Hit „Stand Back“, bei dem sie mit Zylinder und Schleier allein im Spotlight steht. Es muß der schüchternen Keyboard-Handwerkerin Christine McVie doch fürchterlich auf die Nerven gehen, daß sich ihre Kollegin Abend für Abend gebärdet wie ein Pfau.

Mick Fleetwood, der so alt aussieht, als würde er bald das Handtuch werfen, zieht zur allgemeinen Überraschung eine Riesenshow mit Perkussions-Sensoren am Körper ab – nicht ganz so leichtfüßig und tänzerisch, wie wir dieses „Drum-Solo“ von Laune Anderson kennen, doch gewiß ein Höhepunkt des Konzerts. Dann schieben die nach zweijähriger Pause zurückgekehrten Macs eine beeindruckende Hommage an alte Blues-Tage und an Mitbegründer Peter Green ein.

Bei all dem vermißt man schmerzlich – als Sänger wie als Gitarristen – den 1987 ausgestiegenen Lindsey Buckingham in „Go Your Own Way“ und in der Zugabe „Don’t Stop“. Billy Burnette bemüht sich vergebens; es klingt einfach nicht wie gewohnt. Außerdem muß das vollgepackte Entertainment Centre auch auf Supersongs wie „Sara“ und „Big Love“ verzichten. Schon jetzt, zu Beginn ihrer Tournee, wirken Fleetwood Mac etwas lustlos und abgebrannt. Die erfolgreichen Jahre fordern offensichtlich ihren Tribut.