Har – Har – Hagar


Viel Feind, viel Ehr, behauptet das alte Sprichwort. Wenn man aber gleich so viele Feinde gegen sich hat wie derzeit VAN HALENS singender Neuzugang Sammy Hagar, kann es auch mit der Ehre nicht so weit her sein. Kaum hatte David Lee Roth die Segel gestrichen, um sich ganz seinen Solo-Ambitionen zu widmen, setzte sich der ehemalige Montrose-Shouter schon ins gemachte Nest und schickte dem großen Zampano sogleich markige Worte hinterher. „Er hat sich in Wirklichkeit doch nur Edwards Kreativität zunutze gemacht“, tönte good old Sammy lauthals. Und das Party Animal der Gruppe, Drummer Alex van Haien, legte gar noch einen drauf, als er folgenden Kommentar hinausposaunte: „Was hätte aus dieser Band alles werden können, wenn Sammy von Beginn an dabei gewesen wäre. So aber waren wir lange Zeit arg eingeschränkt.“

Die Ironie des Schicksals ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Daran ändert auch der momentane Erfolg ihres ersten gemeinsamen Longplayers ,5150″ nichts. Das Album läuft und läuft zwar, allem voran die Top-Single »Why Can’t This Be Love“, doch auf der Bühne ist vom einstigen Glanz nur mehr ein schwacher Schimmer geblieben. So versuchte Sammy bei einem ihrer ersten Konzerte doch allen Ernstes den geschmähten David bis auf den kleinsten Piepser zu imitieren. Nicht genug damit, daß er wie sein Vorgänger shouten wollte, nein, er lachte und pfiff auch noch in gleicher Manier — und bekam prompt die Quittung dafür. Seine Stimme gab den Geist auf — und Van Haien mußten darauf sämtliche Gigs in Florida absagen. Und das gleich zu Beginn der Tour! Wer den Schaden hat, braucht für den Spott eben nicht zu sorgen, lautet übrigens ein anderes Sprichwort.