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Harvey Weinstein ist zu 23 Jahren Haft verurteilt worden

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Ein Triumph für die #MeToo-Bewegung, endlich steht das Urteil fest: Harvey Weinstein muss für 23 Jahre ins Gefängnis. In New York verkündete der Richter James Burke das Strafmaß. Im Vorhinein befand ihn die Jury für schuldig, nur die Gefängnisdauer war Ende Februar noch nicht klar. Zwischen fünf und 29 Jahren standen zur Debatte – die Staatsanwaltschaft plädierte für ein hartes Urteil. Denn der 67-jährige ehemalige Filmmogul habe Frauen jahrelang sexuell genötigt und auch vergewaltigt. Nun zeige er keinerlei Reue und weise die Vorwürfe immer noch von sich.

Der Ex-Produzent soll die Produktionsassistentin Mimi Haleyi vor 14 Jahren zum Oral-Sex gezwungen haben. Die zweite Klägerin Jessica Mann sagte aus, Weinstein habe sie vor sieben Jahren vergewaltigt. In beiden Fällen wurde der frühere Chef des MiraMax-Studios verurteilt. Im schwerwiegendsten Anklagepunkt – „raubtierhafter sexueller Angriff” (predatory sexual assault) – folgte die Jury nicht der Staatsanwaltschaft.

Harvey Weinsteins Star-Verteidigerin Donna Rotunno warf den Opfern, die teilweise noch Jahre nach den angeklagten Taten intimen Kontakt mit Weinstein pflegten, dagegen Heuchelei vor. „Sie wussten, was sie taten”, sagte Rotunno in ihrem Abschlussplädoyer. Dass die Jury Weinstein trotzdem verurteilte, zeigt, was Justiz und Bevölkerung aus der #MeToo-Bewegung gelernt haben: Dass ein Mann in einem Fall einvernehmlichen Sex mit einer Frau haben und trotzdem ein Vergewaltiger sein kann.


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