Highlight: Sigrid, Superorganism und Co.: Was wurde aus den Acts unserer Hotlist 2018?

Hotlist 2018: Superorganism ist die Band der Stunde

Das Erste, was Superorganism hatten, war ein kleiner Hit. „Something For Your M.I.N.D“ wurde im Frühsommer 2017 von einschlägigen Blogs wie „Gorilla vs. Bear“ gefeiert, Stars wie Ezra Koenig und Frank Ocean spielten den Song in ihren Radiosendungen. Das Erste, was Superorganism wirklich brauchten, war hingegen ein Anwalt: Die Hook des Songs basiert nämlich auf einem Sample von „The Realm“, einer House-Hymne von C’hantal aus dem Jahr 1990. Daran, dass man das eventuell abklären müsste, hatte leider niemand aus der Band gedacht.

Am Telefon ist Harry, der einer der Soundarchitekten der achtköpfigen Band ist (auf dem Selfie fehlt der Grafiker Robert Strange). Er kann das tatsächlich gut erklären. „Als wir den Song aufnahmen, dachten wir nicht daran, ihn wirklich zu veröffentlichen. Wir fanden ihn ganz gut und haben ihn auf unsere SoundCloud-Seite geladen.“ Dort verschwand er aus oben genannten Gründen schnell wieder, er wurde durch zwei andere Nummern ersetzt, und all das trug vermutlich dazu bei, dass man anfing, über die Band zu reden. Beziehungsweise: Über die Songs, den besonders viel wusste man ja nicht über Superorganism.

Eine Japanerin mit Bored-Teenager-Englisch

„Es gab uns nur im Internet. Wir spielten auch keine Konzerte. Wir waren irre schwer greifbar. Unser Ruhm war abstrakt. Er war theoretisch“, sagt Harry, der gerade auf der Couch eines Airbnb in New York fläzt, vorgestern war er noch in Rennes, die Woche davor in München, und es klingt ein klein bisschen so, als ob er das mit der schweren Greifbarkeit schon angenehm fand. Denn das, was folgte, war nicht ganz stressfrei: Zunächst musste die Band sich sammeln. Sich ganz klassisch verorten.

Onoro, die 17-jährige Sängerin aus Japan, die aber dank ihres Internat-Besuchs in Maine lupenreines Bored-Teenager-Englisch spricht und Harry bei einem Gastspiel seiner vorherigen Band in Tokio kennenlernte, zog also in die Wohnung in London, wo der Rest der Band bereits residierte. Ihr Freund Soul kam aus Australien dazu. Sie gaben einige Konzerte, das erste auf dem Reeperbahn-Festival in Hamburg – und seitdem ist Onoro mittendrin.



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