Im kommenden Musikexpress: Justin Timberlake – Der Marathon-Mann

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Er singt, er tanzt, er schauspielert, zwischendurch macht er sich ĂĽber sich selbst lustig. Und er weiĂź, was er seinem Publikum schuldet: Mit dem Doppelschlag THE 20/20 EXPERIENCE veröffentlichte Justin Timberlake 2013 zwei Alben. Zwei Filme kommen noch bis zum Jahresende. ­Einer davon stammt von den Coen-BrĂĽdern. Nach den Pop-Arenen darf sich der 32-Jährige nun auch in Indie-Kreisen zuhause fĂĽhlen. Grund genug, dem Prinzip Justin Timberlake auf sechs Seiten auf den Grund zu gehen. Michael Hirschon hat das getan – lest hier einen ersten Auszug unserer Titelgeschichte.

„Er ist der Garry Kasparov der Popmusik, der Marathon-Mann, der schon heute einen längeren Atem bewiesen hat als die meisten Entertainer vor ihm. Mit elf Jahren stand er erstmals fĂĽr die US-Talentshow „Star Search“ vor der Kamera, bereits als Zwölfjähriger moderierte er neben Co-Stars wie Britney Spears und Christina Aguilera Disneys „Mickey Mouse Club“. Die meisten Klippen, auf die er seither in einer 20-jährigen Karriere zugesteuert ist, hat er umschifft. „Ich bin jetzt 32“, sagt er bei einem Kaffee in Downtown Manhattan, „ich weiĂź, dass ich noch jung bin. Andererseits bin ich auch schon zwei Drittel meines Lebens in diesem Geschäft tätig – und ich habe damit zu leben gelernt, dass manche Träume wahr werden, andere nicht.“

In seinem Fall wurden sie ĂĽberwiegend wahr – und das quer durch die Bank: Zu ihren Glanzzeiten waren ’N Sync, seine Band, so erfolgreich wie weiland die Beatles. Doch während die Boygroup-Hysterie unweigerlich in der hormonellen Sackgasse endete (seine Bandkollegen und die Konkurrenz von den Backstreet Boys können ein Lied davon singen), schĂĽttelte Timberlake die Image-Fesseln ab, etablierte sich als cooler Solo-Act, hatte ein Händchen fĂĽr die richtigen Filmrollen (etwa als Sean Parker im Facebook-Film „The Social Network“) und erwies sich auch als Meister der „viral shorts“ – jener Kurz-Komödien, die im Netz wachsenden Zuspruch erfahren. Die „shorts“, die er mit dem Musik-Comedy-Trio The Lonely Island produzierte, oder seine „Saturday Night Live“-Auftritte, mochten vordergrĂĽndig eine Parodie auf die musikalischen Sex-Protze der 90er-Jahre sein, halfen aber auch ihm selbst, sich dezent von seinem Teen-Image zu distanzieren… (…)“



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