James Blake distanziert sich von Kanye-West-Album „Bully“
Produzent James Blake will aus den Credits von „Bully“ gestrichen werden. Beef mit Kanye West gab es aber nicht.
James Blake möchte nicht mehr in den Credits des neuen Kanye-West-Albums „Bully“ stehen.
Nach mehrmaligen Ankündigungen veröffentlichte Kanye West unter dem Künstlernamen Ye sein neues Album „Bully“ am 28. März. Das Album featured Nine Vicios, Travis Scott, CeeLo Green, André Troutman, Peso Pluma, Don Toliver und Ty Dolla Sign. Singer-Songwriter James Blake war ebenfalls an der Produktion beteiligt – er koproduzierte den letzten Track des Albums, „This One Here“.
Der Grund für James Blakes Credits-Bitte
Auf seiner Musikplattform Vault meldete er sich nun zu Wort und erklärte, aus den Credits des Songs gestrichen werden zu wollen. Der Grund dafür seien jedoch keine Streitigkeiten mit Ye, sondern sein geringer Anteil an dem Song.
„Meine ursprüngliche Version ist eine völlig andere Produktion“, schrieb Blake über „This One Here“. „Ich freue mich für die Fans, habe aber darum gebeten, vorerst aus den Produzentenangaben gestrichen zu werden, da ich mir nicht die Lorbeeren für die Arbeit anderer schmücken lassen möchte und diese Version nicht das ist, was ich gemeinsam mit Ye geschaffen habe.“
„Das ist nichts Persönliches!“, fügte Blake hinzu. „Ich bin einfach an einem Punkt angelangt, an dem ich nicht mehr als Mitwirkender bei Musik genannt werden möchte, bei der ich keinen Einfluss auf das Endergebnis habe.“
„Bully“ nach monatelangen Verschiebungen erschienen
Offenbar wurde der letzte Track so stark überarbeitet, dass er kaum noch etwas mit dem Original gemein hat. Das ist wenig überraschend: Der Release von „Bully“ wurde mehrfach verschoben. Ursprünglich sollte die LP bereits im Juni 2025 herauskommen, dann im September, im November, im Januar – und letztendlich Ende März. Auch dort erschien es nicht wie geplant am Freitag, dem 27. März, sondern erst am Samstag.
Kein PR-Stunt, wie es aussieht. Ye bastelte offenbar auch nach dem Abschluss der Produktion weiter am Album, sodass zwischen den CD- und Vinyl-Veröffentlichungen am Freitag und dem neuen Upload auf den Streamingdiensten am Samstag sogar einzelne Zeilen geändert wurden. Es wundert also nicht, dass auch „This One Here“ nicht mehr so klingt, wie Blake ihn mitproduziert hatte.
Skandale, Entschuldigung und PR-Strategie
Ob darüber hinaus weitere Gründe für die Änderung der Credits eine Rolle spielen, lässt sich nur spekulieren. Immerhin ist Ye bekannt für eine Reihe von Skandalen – darunter die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts, frauenfeindliche Aussagen, sexuelle Belästigung und die Verharmlosung von Menschenhandel.
Im Januar 2026 entschuldigte er sich dafür mit einem Brief im „Wall Street Journal“. Er führte sein Verhalten auf eine Hirnschädigung infolge eines Autounfalls sowie seine bipolare Störung zurück. Allerdings erfolgte die Entschuldigung nur wenige Tage vor dem damals geplanten Release seines neuen Albums – was Fragen nach ihrer Aufrichtigkeit aufwirft.
James Blake: Produzent im Hintergrund großer Namen
Blake hatte bereits zuvor mit Ye kollaboriert, etwa an dem Song „God Breathed“. Als Produzent im Hintergrund arbeitete er nicht nur für Ye, sondern auch für Jay-Z, Beyoncé, Kendrick Lamar, Frank Ocean und viele weitere. Zuletzt veröffentlichte er sein neues Album „Trying Times“, mit dem er im Herbst auch in Europa auf Tour sein wird.





