Jochen Distelmeyer vs. Sido

von

 

Könnt Ihr Euch daran erinnern, wann Ihr zum ersten Mal vom anderen gehört habt?Sido: Ich kannte zumindest den Namen Blumfeld. Die Musik war aber nicht meine Musik. Aber Du hast doch auch diesen Song gemacht, wo so’n Molotowcocktail in Zeitlupe gegen die Wand fliegt … Wie hieß der noch mal?

Jochen Distelmeyer: „Wohin mit dem Hass?“.

Sido: Ja, das fand ich krass. Da wusste ich auch nicht, dass Du der Typ von Blumfeld bist. Ich habe das jedem in meinem Umfeld gezeigt, bei Facebook gepostet und so. Aber es hat nicht so viel Anklang gefunden.

Jochen: (lacht)

Wo liegen außerhalb von Hip-Hop deine musikalischen Bezugspunkte?Sido: Ich höre alles. Mein iPod ist voll mit Rock’n’ Roll: Elvis! Cat Stevens, als er noch Cat Stevens war. Auch Foo Fighters. Gut gesungene Gitarrenmusik.

Wie bist Du auf Sido gestoßen, Jochen?Jochen: Ich habe „Mein Block“ gesehen, gehört. Fand ich gut. Ich fand das mit der Maske gut, habe mich aber gefragt, wie er da raus kommt, aus der Maske.

Damals schon?Jochen: Ja klar, es ist ja ein klassisches Maskenträger-Problem, egal ob Kiss oder Residents oder Daft Punk: Wie kann man die Maske abnehmen, ohne dass es langweilig wird? Das hast Du ja relativ bald schon gemacht. Bei irgendeiner Talkshow kamst Du ohne Maske, und ich fand das sehr souverän, weil das so außer vielleicht Helge Schneider keinem gelungen ist – die Maske wegzunehmen, ohne sein Gesicht zu verlieren. „Mama ist stolz“ war das nächste, was ich gehört habe. Da wusste ich, dass ich das ernst nehmen kann. Beim Hip-Hop sehe ich sonst ja immer das Problem, dass es kein Alterswerk gibt. Der normale Ablauf ist: Erste Platte – das bin ich, da komme ich her usw. usf.; Zweite Platte – jetzt hab ich Fame, ihr wisst gar nicht, wie stressig das sein kann. Und danach ist es meistens vorbei



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