Kanye West cancelt Frankreich-Konzert: Politischer Druck zwingt ihn zum Rückzug
Nach dem Wireless-Festival-Bann muss Ye nun auch Marseille absagen – Bürgermeister & Innenminister machten massiv Druck.
Nachdem dem Rapper die Einreise nach Großbritannien verweigert und damit auch das gesamte Wireless Festival abgesagt wurde, ist nun auch ein geplanter Auftritt von Kanye West in Frankreich abgesagt worden.
Ye hätte dort am 11. Juni im Vélodrome in Marseille auftreten sollen. Am Mittwoch, dem 15. April, schrieb er auf X: „Nach reiflicher Überlegung und Abwägung habe ich aus eigener Entscheidung beschlossen, meine Show in Marseille, Frankreich, auf unbestimmte Zeit zu verschieben.“
Was zuvor geschah
Die Ansage kommt nicht ohne Vorgeschichte. Bereits im März hatte sich der Bürgermeister der Stadt, Benoît Payan, gegen das Konzert ausgesprochen: „Ich weigere mich, dass Marseille eine Bühne für diejenigen wird, die Hass und enthemmten Nationalsozialismus verbreiten. Kanye West ist nicht willkommen im Vélodrome, unserem Tempel des Miteinanders.“
Die Tageszeitung „Libération“ berichtete zudem, dass der französische Innenminister Laurent Nuñez geprüft habe, ob es möglich sei, Yes Auftritt abzusagen.
Debatte um Live-Auftritte
Auf die Absage vom Wireless Festival folgte erneut eine umfangreiche Debatte, ob es zulässig sei, den Rapper wieder live auftreten zu lassen. Kanye West hatte in der Vergangenheit sexistische, rassistische und insbesondere antisemitische Aussagen getroffen. Im Sommer 2025 veröffentlichte er sogar einen Song mit dem Titel „H**l Hitler“.
Im Januar 2026 veröffentlichte er ein Statement im „Wall Street Journal“, um seine Aussagen und Taten zu erklären. „Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit“, schrieb er dabei. Er führte seine Äußerungen auf eine bipolare Störung und eine Hirnverletzung infolge eines Autounfalls vor über zwanzig Jahren zurück.
Viele sahen das als Promo-Streich, da der 48-Jährige kurz danach sein Album „Bully“ veröffentlichen wollte. Nach der Ankündigung, seinen Auftritt in Frankreich auf unbestimmte Zeit zu verschieben, schrieb er: „Ich weiß, es braucht Zeit, um die Aufrichtigkeit meines Bemühens zu verstehen, Wiedergutmachung zu leisten. Ich übernehme die volle Verantwortung für das, was mir zuzurechnen ist, aber ich möchte meine Fans nicht mit hineinziehen. Meine Fans bedeuten mir alles.“
Trotz Antisemitismus-Vorwürfen weiter gefragt
Von denen hat Ye auch noch genug. Denn trotz der Antisemitismus-Vorwürfe wird er weiterhin fleißig gehört. Seine neue LP „Bully“ erreichte in den ersten 24 Stunden nach dem Release im März 33,2 Millionen Streams auf Spotify. Anfang April spielte er zwei ausverkaufte Shows im SoFi Stadium in Los Angeles, bei denen über 70.000 Fans den Rapper live sahen.





