Kanye West kostet Wireless Festival fast alle Sponsoren
Nach Pepsi zieht nun auch Diageo sein Sponsoring zurück – wegen Kanye West als Headliner.
Das Wireless Festival verliert seinen langjährigen Partner Pepsi. Nun zieht auch Diageo nach. Am Sonntag, den 6. April, verkündeten die Getränkekonzerne ihren Rückzug als Sponsoren des Festivals.
Dies geschah als Reaktion auf die Buchung von Rapper Kanye West als Headliner an allen drei Abenden. Die Reaktionen nach Bekanntgabe des Line-ups fielen überwiegend negativ aus. Nicht nur Stimmen aus dem Internet, sondern auch der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan und Premierminister Keir Starmer verurteilten die Festivalveranstalter für das Booking. „Es ist zutiefst beunruhigend, dass Kanye West für das Wireless gebucht wurde, obwohl er in der Vergangenheit antisemitische Äußerungen gemacht und den Nationalsozialismus verherrlicht hat“, erklärte Starmer.
West war in der Vergangenheit immer wieder mit antisemitischen Aussagen aufgefallen. Im vergangenen Sommer hatte er zudem ein Lied mit dem Titel „H**l Hitler“ veröffentlicht.
Anfang des Jahres entschuldigte er sich im „Wall Street Journal“. Aufgrund seiner bipolaren Störung und einer Hirnverletzung habe er angeblich Dinge gesagt und getan, die er nun zutiefst bereue. Die Entschuldigung kam jedoch zeitlich passend zum Release seines neuen Albums und wird vielfach als Marketingstrategie gewertet.
Pepsi beendet Sponsoring nach Politikerprotesten
Infolge der Äußerungen des Premierministers gab Hauptsponsor Pepsi bekannt, das Festival 2026 nicht mehr zu unterstützen. Der „Guardian“ berichtete: „Pepsi hat beschlossen, sein Sponsoring des Wireless Festivals zu beenden.“ Das Festival wurde seit 2015 – also rund zehn Jahre lang – unter dem Namen „Pepsi MAX Presents Wireless“ gesponsert.
Weitere Sponsoren ziehen sich zurück
Nun zog sich ein weiterer Sponsor zurück: der Getränkehersteller Diageo, hinter dem Marken wie Johnnie Walker und Captain Morgan stecken. Eine Sprecherperson gab dies nach dem Ausstieg Pepsis bekannt. Auch PayPal und Rockstar Energy distanzierten sich vom Festival.
Damit fallen mehrere Hauptsponsoren weg. Die Veranstalter haben sich bislang nicht zum Verlust der Geldgeber geäußert.
Festivalchef verteidigt das Booking
Am Montag, dem 6. April, meldete sich Melvin Benn, Geschäftsführer der Muttergesellschaft des Festivals, und verteidigte die Entscheidung, Kanye West zu buchen: „Da ich seit 15 Jahren jemanden in meinem Leben habe, der an einer psychischen Erkrankung leidet, habe ich viele Episoden verwerflichen Verhaltens miterlebt, die ich vergeben und hinter mir lassen musste. Wenn ich es vorher nicht war, bin ich heute ein Mensch der Vergebung und Hoffnung – in allen Bereichen meines Lebens, auch beruflich.“ Er stellte jedoch klar: „Was Ye in der Vergangenheit über Juden und Adolf Hitler gesagt hat, ist für mich ebenso abscheulich wie für die jüdische Gemeinschaft, den Premierminister und andere Kommentatoren. Und, wenn man ihn beim Wort nimmt, inzwischen auch für Ye selbst.“
Das Festival möchte dem Rapper keine Plattform bieten, um Meinungen zu verbreiten, sondern ausschließlich, um seine Songs zu performen. Diese laufen ohnehin im Radio und werden von Millionen Menschen über Streaming-Plattformen gehört.




