Kate Tempest, Conor Oberst, Yann Tiersen – die Platten der Woche vom 16. Mai 2014

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Album der Woche: Kate Tempest – EVERYBODY DOWN

Pünktchen-Bluse, Herz-Amulett, sanft gelocktes Haar und dann dieser verträumte Blick. Nein, das Mädchen auf dem Cover von EVERYBODY DOWN ist nicht etwa einem Screenshot aus Peter Weirs Filmklassiker „Picknick am Valentinstag“ entnommen, einer sanft gruselnden Mystery-Tour ins australische Outback, wo drei Internatsschülerinnen und eine Lehrerin ohne jede Erklärung verschwinden.

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Conor Oberst – UPSIDE DOWN MOUNTAIN

Vor zwölf Jahren galt Conor Oberst aus Omaha, Nebraska als Heilsbringer des Alternative Rock. Es schien ausgemacht, dass der bald groß werden würde, Rockstar-groß. Geschätzte 20 Veröffentlichungen später ist er einer, der im Mainstream doch nicht die Rolle spielt, die ihm zugedacht war. Vielleicht ist das ein Glücksfall. Das Werk Obersts ist unübersichtlich, bevorratet aber viele große Gefühle.

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Yann Tiersen – INFINITY

Wenn das mathematische Symbol für Unendlichkeit auf den Kopf gestellt wird, liest es sich wie eine Acht. Vor Kurzem zählte die bretonische Insel Enez Eusa 888 Einwohner, und Yann Tiersen ist einer von ihnen. Was lag also näher, als das achte Studioalbum ∞ (INFINITY) zu nennen? Zumal dieses Zeichen auch noch eine philosophische und theologische Bedeutung hat, und darüber hinaus für die Balance der materiellen und immateriellen Welt steht.

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Archie Bronson Outfit – WILD CRUSH

Das englische Trio Archie Bronson Outfit hatte immer Glück bei der Auswahl seiner Produzenten, die stets namhafter waren als die Band selbst. Das Debüt FUR (2004) betreute Jamie „Hotel“ Hince von The Kills, der Nachfolger DERDANG DERDANG entstand zwei Jahre später unter Mithilfe von Jacquire King (Kings Of Leon, Editors, Tom Waits) und bei COCONUT (2010) saß Tim Goldsworthy (U.N.K.L.E., The Rapture und DFA-Records-Mitgründers) hinter den Reglern. Das blieb nie ohne Einfluss auf die jeweiligen Alben, zwischen denen seit 2006 jeweils immerhin vier Jahre Abstand liegen. Eine recht lange Zeit, und so ist auch diesmal einiges passiert.

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Chromeo – WHITE WOMEN

Als im Jahr 2004 ihr Debütalbum SHE’S IN CONTROL auf den Markt kam, waren Chromeo allein auf weiter Flur. Bei niemandem sonst basierte alles so offensichtlich auf einem Elektro-Funk, der in den 80er-Jahren aus den Charts und vor allem aus den Clubs nicht wegzudenken war. Großer Erfolg war ihnen damit seitdem nicht beschieden. Aber es ist unbestritten, dass Chromeo eine paar Klasse-Tunes in die weite Welt gesetzt haben („Needy Girl“, „Fancy Footwork“ oder „Don’t Turn The Lights On“). Ihre Alben erreichten in ihrer Gänze dagegen nie dieses Niveau und waren mit zu vielen Füllern besetzt.

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Der Nino aus Wien – TRÄUME/ BÄUME

Nino Mandl ist ein kleines Mysterium. Oft sieht man ihn durchs Wiener Nachtleben geistern mit altmodischer Lederjacke und pechschwarzen Augenringen, ein bisschen Lou Reed, ein bisschen Lausbub. Er gesellt sich gern zu befreundeten Musikern auf die Bühne, covert mit Soap & Skin Bob Dylan, singt mit Ernst Molden dessen moderne Wienerlieder oder zeigt Andreas Spechtl, dass er den Text von Ja, Paniks „Nevermind“ (fast) beherrscht.

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Guided By Voices – COOL PLANET

In vielen, vor allem nördlichen Gegenden der USA war der Winter Anfang 2014 besonders hart. Niemand hatte Lust, lange vor die Tür zu gehen. Auch Guided By Voices haben sich unter diesen Bedingungen lieber eingeschlossen. Normalerweise wechseln sie für die Aufnahmen zu einem Album das Studio, aber in diesem Fall reichte ihnen ein einziges in ihrer Gründungsstadt Dayton in Ohio.

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Jolie Holland – WINE DARK SEA

Zuletzt, auf dem 2011 veröffentlichten Album PINT OF BLOOD, war Jolie Holland noch mit den Great Chandeliers unterwegs. Auf WINE DARK SEA geht sie wieder andere Wege und arbeitete bei den Aufnahmen vor allem mit dem Musiker Doug Wieselman (Lou Reed, Antony & The Johnsons) sowie Indigo Street zusammen. Herausgekommen ist ihr bisher bestes Album, auf dem ihre unverwechselbare Mixtur aus Delta Blues, Free Jazz, Country und klassischem Rhythm & Blues, mehr Wirkung als je zuvor entfaltet. Auf einen Produzenten hat die Sängerin, Gitarristin und Songwriterin verzichtet.

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Lambert – LAMBERT

Bärtige Gitarrenmänner, macht Platz für die Jungs und Mädels am Piano! Wir wollen kein Gezupfe und Gejammere mehr. Wir möchten die Finger sanft über die Tasten wandern hören, wollen wortlose kurze Lieder. Weil sie uns anders traurig machen. Unangestrengter. Vielleicht sogar unbeteiligter. Nach Pianopapst Chilly Gonzales und dem akademisch trainierten Nils Frahm schickt sich der maskierte Lambert an, unsere Herzen zu erobern. Die Masche mit der Maske, nun ja, wenn es denn so sein soll.

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Mr. Scruff – FRIENDLY BACTERIA

Wenn es um Andy Carthy alias Mr. Scruff geht, denkt man zuerst an „Get A Move On!“, diesen ultrarelaxten, mit Moondog-Samples gespickten Dancefloor-Hit, der Ende der 90er-Jahre in keiner DJ-Box fehlte. Nachfolgend wurde Carthy dem Nu-Jazz-Genre zugeschrieben – allein an dieser Terminologie sieht man, wie lange das schon wieder her ist.

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School Of Language – OLD FEARS

Wenn David Brewis nicht so vielbeschäftigt an diversen Ecken und Enden des Pop-Universums rumwuseln würde (mit seiner Band Field Music, als Produ- zent des letzten Maxïmo-Park-Albums, als Remixer, Komponist von Filmmu- sik und im Tour-Ensemble von Eleanor Friedberger), wäre OLD FEARS wohl ein paar Spielzeiten früher erschienen.

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Coming Soon: Neue Alben, die 2020 erscheinen oder schon erschienen sind
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