Klassiker statt Recycling: Die Kinks in Köln


KÖLN. Die Stones kommen nicht mehr ins Rollen, weil Jagger lieber mit Models turtelt, die Who haben sich aufs Altenteil bequemt, weil Townshend nichts mehr hört. Von den prominenten Rockbands der ersten Stunde steigen 1992 nur noch die Kinks in die Arena. „Where have all ihe good limes gone“ dachte so mancher in Ehren ergraute Fünfziger, als die Briten im Kölner E-Werk einen ihrer zeitlosen Hits entstaubten. Mehr als 2000 Zuschauer waren gekommen, um noch einmal „Lola“ und die anderen unverwüstlichen Gassenhauer zu hören.

Im Gegensau zu gleichaltrigen Kollegen wie den Lords, die man im Publikum ausmachen konnte, beschränken sich die Mannen um Ray Davies keineswegs darauf, ihre Klassiker keimfrei herunterzunudeln. Songschreiber Davies steht nach wie vor unter Strom — was das neue Material eindrucksvoll belegt. Nach der unlängst erschienenen Single „Did Ya“ gibt es denn auch in Kürze ein frisches Album beim neuen Vertragspartner Sony.

Gefeiert wurden in Köln natürlich trotzdem die Evergreens. Als da vor allem wären „You Really Got Me“ oder „Deadend Street“, mit denen ehedem der Hardrock eingeläutet wurde. Obwohl fünf Musiker auf der Bühne stehen, dreht sich alles um die Brüder Ray und Dave. Ray tigert trotz seiner 48 Jahre wie ein Junger über die Bühne und wirft sich ständig in ein anderes Outfit. Allein seine animierenden „Hejo“-Rufe wurden vom Publikum eher zögerlich beantwortet.

Trotzdem: Es machte einfach Spaß, dieser Altherren-Riege zuzuhören. Während Gruppen wie die Dire Straits mit ihrer Massenabfertigung in Fußballarenen längst den Kontakt verloren haben, bleiben die Kinks hautnah dran an ihren Fans.