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Kritik

„Lindenberg! Mach dein Ding!“ im Kino: Klischee-Aneinanderreihung mit Ensemble-Charme

In Schulnoten eine 1, aber nur für akkurates Abarbeiten: Das Biopic über den jungen Udo Lindenberg hat vor, alles zu halten, was Musikfilme immer so versprechen. Die schwierige familiäre Situation, aus der es sich herauszuboxen gilt, den Absturz, den krassen Drogentrip, die Ego-Nummer, etwas Sex und natürlich den hochemotionalen „A Star Is Born“-Moment. „Lindenberg! Mach dein Ding!“ möchte eigentlich einen Ausnahmemenschen präsentieren, setzt dafür aber über zwei Stunden und 15 Minuten lang Klischeebausteine zusammen.

Eine Geschichte, die zu oft auf diese Weise erzählt wurde

Es ist schon klar: Ein Film wie „Bohemian Rhapsody“ hat gezeigt, dass es möglich ist, Rockklischees in groben Cuts plus markigen Sprüchen aneinanderzureihen und damit sogar noch bei den Academy Awards gut dazustehen. Aber könnte der Anspruch nicht ein anderer sein? Etwas weniger vom Gehabten, mehr von dem, wofür auch Udo fucking Lindenberg bekannt ist? Halt mehr frei von der Leber weg und ungeradlinig zum Beispiel.

Stattdessen steigt Regisseurin Hermine Huntgeburth („Die weiße Massai“) mitten in Lindenbergs Kindheit ein, die stereotyp für Werke dieses Genres stehen könnte. 1946 wird er ins westfälische Gronau hineingeboren, da ist erst mal nicht so viel zu holen. Sein Vater ist ein depressiver Klempner mit Hang zu schönen Melodien und Sauftouren (gewohnt exzellent von Charly Hübner gespielt), die Mutter (zu wenig Screen Time für Julia Jentsch) eine devote, aber liebenswürdige Hausfrau. Alles weist darauf hin: Wer hier herkommt, lebt ein langes, unspektakuläres Leben und stirbt dann auch, fertig.

Doch Udo denkt ans Wegkommen und an eine Musikerkarriere. Also lernt er das Schlagzeugspiel, beginnt eine Kellnerlehre und schwingt dann über Umwege nach Libyen, um dort in einer Jazzband schwitzig hinter den Drums zu hängen. Zum ersten Mal wird er in dem fremden Land aufgefordert, sein Glück am Mikrofon zu versuchen. Sein zurückhaltender Gesang auf Englisch wird sogleich mit Buh-Rufen quittiert.



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