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Von „Frank” zu „Walk The Line”: Diese 10 Musikfilme solltet Ihr gesehen haben

Ja, wir wissen es: „Musikfilm” ist eigentlich kein Film-Genre. Es gibt Musiker-Biopics (wie das kürzlich erschienene „Bohemian Rhapsody”), von Musikern gemachte Filme (wie etwa die Filme der Beatles), Musical-Filme (wie etwa „Grease”und die „Rocky Horror Picture Show”), Filme, die sich mit einem bestimmten Musikgenre befassen, oder Filme, in denen es einfach nebenbei viel um Musik geht.

Hier soll Euch eine Mischung von solchen Filmen (mit der Ausnahme von Musicals, die wir außen vor gelassen haben) näher gebracht werden, die eines gemein haben: Es sind gute Filme, die man sich auch ansehen kann, wenn man kein riesiger Johnny-Cash-Fan oder Frank-Sidebottom-Enthusiast ist.

Inside Llewyn Davis

Die Idee zum Film kam den Coen-Brüdern, als sie in der Autobiografie des bereits verstorbenen Folk-Sängers Dave Van Ronk (den unter anderem Bob Dylan und Leonard Cohen als Einfluss angaben) lasen, dass dieser mal zusammengeschlagen wurde. Wer würde denn einen Folk-Sänger zusammenschlagen? So beginnt die Geschichte von Llewyn Davis. Der Film spielt in den 60ern und folgt dem mittellosen Musiker eine Woche lang durch sein Leben.

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Nicht ganz Drama und nicht ganz Komödie birgt der Film Szenen aus beiden Genres. Wer hier eine spannende Story erwartet, wird milde enttäuscht werden: „Inside Llewyn Davis” ist voller subtilem Charme, es geht mehr um Momentaufnahmen eines komplizierten Lebens als um komplexes Storytelling. Ach ja: Justin Timberlake spielt auch mit.

8 Mile

Eminems Lebensgeschichte – möchte er uns zumindest glauben lassen. In „8 Mile” muss sich „Rabbit” (aka Eminem) als Weißer in der größtenteils schwarzen Subkultur auf der „Eight Mile Road” in Detroit beweisen. Wie macht er das? Natürlich im Rap-Battle. 2003 gewann der Film den Oscar für den besten „Original Song” („Lose Yourself“ von Eminem).

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Der Film spielt natürlich mit vielerlei Klischees und die Geschichte, als junger, aufrechter Arbeiter irgendwie zu Ruhm kommen zu wollen, ist auch nicht neu und war es auch schon 2002 nicht mehr. Trotzdem ist „8 Mile” mittlerweile ein Klassiker unter den „Musikfilmen” und auch Leute, die nicht viel mit HipHop-Kultur am Hut haben, können Eminems kleines Sub-Gesellschaftsportrait potentiell interessant finden.

Cry-Baby

Johnny Depp ist Wade „Cry-Baby“ Walker, ein Lederjacke tragender, gelhaariger Rebell und der Anführer der coolen „Drapes”, während seine Flamme Allison den verfeindeten „Squares” angehört und noch dazu die Freundin von deren Anführer ist. Ärger ist natürlich vorprogrammiert.

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Gut, streng genommen ist „Cry-Baby” eine Parodie auf „Grease”, und daher ebenso ein Musical-Film. Ein Film, in dem der junge Johnny Depp lächelnd eine Träne aus dem Auge drückt (Cry-Babys Markenzeichen, daher auch der Name) und Iggy Pop als schräger Redneck-Onkel auftritt, kann nur Kult sein. Und ist so seltsam unlustig lustig, dass er gesehen werden muss.

Control

Der Film über Ian Curtis ist DAS Biopic, das immer dann genannt wird, wenn es um „gute Musikfilme” geht. Vielleicht liegt es daran, dass es der erste Spielfilm des niederländischen Fotografen Anton Corbijn ist: Ein Mann, der sonst Musikvideos für U2, The Killers oder Herbert Grönemeyer (der übrigens eine Nebenrolle in „Control” hat) dreht, sucht sich die Geschichte des Epilepsie-gebeutelten Joy-Division-Sängers aus und macht daraus einen Film. Als Drehbuch-Vorlage gilt das Buch „Touching from a Distance” von Ian Curtis‘ Frau Deborah Curtis.

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Vielleicht ist „Control” aber auch deshalb so gut, weil hier nicht wie in anderen Filmen (looking at you, „Bohemian Rhapsody”) Miniplaybackshow gespielt wird. Der Cast wurde nämlich nicht nur ob seiner schauspielerischen Qualitäten ausgewählt, sondern ausnahmsweise mal auch nach musikalischem Talent. Und Sam Riley tanzt einfach verdammt so, wie man das aus Videos von Joy-Division-Auftritten kennt: Da hat sich jemand richtig Mühe gemacht.

Frank

Der Film ist die fiktive Bandhistorie rund um den echten (!) Frank Sidebottom alias Chris Sievey, der im Großbritannien der 80er mit einem überlebensgroßen Kopf aus Pappe auf dem Kopf als Sänger auftrat. Die Band rund um Frank ist mehr oder minder „experimentell”, versucht, ein Album aufzunehmen und wird dazu eingeladen, auf einem Festival zu spielen.

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„Frank” könnte die Geschichte jeder leicht seltsam klingenden, britischen Experimental-Band sein, und ist gerade deshalb so unterhaltsam. Der Frank-Sidebottom-Kopf ist da nur das Tüpfelchen auf dem i: Es ist alles sehr komisch, und auch ziemlich tragisch. Das Drehbuch wurde von Jon Ronson verfasst, der nicht nur bereits an der Verfilmung seines eigenen Buches „The Men Who Stare At Goats” mitgearbeitet hat, sondern einst auch selbst Mitglied von Frank Sidebottoms realer Band war.

I’m Not There

Der Film ist episodisch aufgebaut, und die Handlungsstränge sind nicht offensichtlich miteinander verbunden: Christian Bale, Heath Ledger, Richard Gere, Ben Whishaw und und Cate Blanchett verkörpern alle Bob Dylan in verschiedenen Stationen seines Lebens.

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Für diesen Film braucht man wohl doch ein bisschen Dylan-Wissen: Wieso beispielsweise ist Richard Gere ein Cowboy? Er ist eigentlich „Billy The Kid” aus dem Western „Pat Garrett jagt Billy The Kid”, dessen Soundtrack Dylan 1973 schrieb, und als reguläres Album herausbrachte – inklusive dem Song „Knocking On Heavens Door”, übrigens. Der Film ist aber auch sehr hübsch anzusehen, wenn man das nicht weiß. Nur ein bisschen verwirrend, vielleicht.

Comedian Harmonists

Im Film zur gleichnamigen Musikgruppe aus den späten 20ern geht es nicht nur um deren A-Capella-Gesang, sondern vor allem darum, dass drei der sechs Mitglieder jüdischer Herkunft waren. In der Zeit, als Hitler an die Macht kam, trotzdem solche Berühmtheit zu erlangen wie diese Gruppe ist bemerkenswert. Die „Comedian Harmonists” hat es wirklich gegeben, der Film lehnt sich lose an deren Erfolgsgeschichte an.

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„Comedian Harmonists” ist der einzige deutsche Film auf dieser Liste und beschäftigt sich natürlich viel mit dem Nationalsozialismus. Trotzdem sagt der Film damit auch, wie politisch (Volks-)Musik sein konnte und kann. Die drei „nicht-arischen” Mitglieder der Comedian Harmonists konnten im Film wie glücklicherweise auch in der Realität vor dem Regime fliehen, ehe es zu spät war.

Scott Pilgrim Vs. The World

Scott ist Bassist bei „Sex Bob-Omb” und verliebt sich in Ramona Flowers, deren sieben böse Ex-Freunde er besiegen muss, um offiziell mit ihr gehen zu dürfen. Einige davon sind Musiker, und müssen von Scott + Band im „Battle Of The Bands” besiegt werden.

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„Scott Pilgrim” ist der Superheldenfilm dieser Liste, wobei auch die Videospiel-Referenzen endlos sind. Die Vorlage zum Film ist eine sechsteiligen Graphic-Novel-Reihe von Bryan lee O’Malley. Michael Cera, der in jedem seiner Filme ungefähr den gleichen Charakter (nerdiger Bubi) verkörpert, macht auch hier seine Sache gut: Scott ist der ideale nervige Anti-Held, dem man trotzdem wünscht, er würde am Ende das Mädchen bekommen. Oh, und die von Beck geschriebenen „Sex Bob-Omb”-Songs sind auch toll.

Walk The Line

Erzählt das Leben des Johnny Cash. Der Film beginnt mit einer Szene im „Folsom State Prison” und folgt Cashs Lebensgeschichte dann in Rückblenden von seiner Kindheit als Baumwollpflücker bis zu seinem Lebensabend.

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Johnny Cash sowie June Carter verstarben, noch ehe die Dreharbeiten zum Film begonnen hatten, waren aber davor in die Produktion involviert, und begrüßten auch die Wahl der Schauspieler, die sie darstellen sollten: Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon (die für ihre Rolle 2006 den Oscar bekam) sangen zudem alle im Film vorkommenden Songs ihrer Charaktere selbst ein. „Walk The Line” erzählt nicht nur die Geschichte des bewegten Lebens einer musikalischen Legende, sondern malt auch ein Bild der damaligen Musikindustrie, und was sich hinter ihren Fassaden so abspielte. Wie akkurat dieses Bild ist, sei natürlich dahingestellt.

Almost Famous

Ein Klassiker unter den Coming-Of-Age-Filmen, in denen es um Musik geht: William ist ein seltsamer 15-Jähriger, der gemobbt wird, aber Artikel über Rockmusik für seine Schülerzeitung schreibt. Nach einem Artikel über ein Black-Sabbath-Konzert wird er vom „Rolling Stone” angerufen und gefragt, ob er nicht für das Magazin schreiben möchte. Kurz darauf geht er mit der Band Stillwater auf Tour.

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Regisseur Cameron Crowe schrieb als Teenager selbst für den „Rolling Stone” und war damals mit einigen Bands auf Tour. Aus seinen persönlichen Erfahrungen entstand „Almost Famous”. Ein Film über das Rockstar-Leben in den 70ern aus der Sicht eines 15-Jährigen, erste Liebe und Teenage-Drama inkludiert. Für die fiktive Band Stillwater wurden sogar ein paar Songs geschrieben. Zudem ist Elton Johns „Tiny Dancer” die heimliche Hymne des Films.

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