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Live: Chris Cunningham auf dem Melt-Festival

Ja er war es wirklich. Chris Cunningham, der legendäre Videokünstler gab sich auf dem Melt-Festival die Ehre, was zunächst für allgemeine Verwunderung und Skepsis im Publikum sorgte. Zum Einen, weil man Cunningham am ehesten als Regisseur mit Hang zum Horror kennt – oder überhaupt nicht. Doch schon gar nicht als Musikkünstler. Der Brite ist eher als Regisseur für Musikvideos bekannt, unter anderem für Björk, Madonna, Squarepusher oder Aphex Twin, die in der Regel charakterisiert sind durch eine bedrohliche, geheimnisvolle und manchmal mit makaberem Humor gesättigte Bildästhetik. Zumindest bisher.

Seit einiger Zeit arbeitet Cunningham mit Bild und Ton als untrennbare Einheit nach seinem Belieben und seinen Vorstellungen. „Melt“ bedeutet aus dem englischen übersetzt verschmelzen und wenn man sich diese Tatsache vor Augen führt, scheint Chris Cunningham der einzige Künstler auf dem diesjährigen Melt-Festival gewesen zu sein, der diesen Aspekt verinnerlicht und in seiner Darbietung berücksichtigt hat.Mit der Fusion von Videos und Sounds präsentierte er ein atemberaubend synchronisiertes audiovisuelles Gesamtpaket auf der Bühne, was zunächst auf einem festivalbelasteten Magen schwer verdaulich war. Ein reizüberflutender Rausch aus Elektrosounds und verstörenden Bildern auf drei monumentalen Leinwänden sorgte für eine maximale Auslastung aller Sinne. Cunninghams Auftritt könnte man als eine Art auditiven Remix bezeichnen, bei dem er Bildmaterial aus seinen Videos wie „Rubber Johnny“ mit einzelnen elektronischen Klangelementen in Verbindung zueinander setzt. Weiter sah man einen brutalen Geschlechterkampf, den sich ein nacktes Paar zu perfekt synchronisiert hämmernden Klängen lieferte.

Bei derart gewaltiger visueller Präsenz und durchdringender Musik fiel es weiter nicht auf, dass der Künstler während des gesamten Auftritts nicht zu sehen war. Einzig die Musik und die Bilder sollten im Vordergrund stehen. Viele Zuschauer dürften insofern von Cunninghams Performance enttäuscht gewesen sein, da sein Auftritt weniger die Partyekstase eines Rockkonzerts vorantrieb, sondern vielmehr an psychische Wahrnehmung oder an was-auch-immer appellierte.Trotz der grenzwertigen Darbietung wie Schock, Horror oder Brutalität und der unbehaglichen Stimmung im Publikum, darf man das Konzept Cunninghams nicht außer Acht lassen. Die perfekt inszenierte Synchronisation seiner Musik zu seinen Videos ist ohne jeden Zweifel ein Erlebnis wert. Dies vor Augen geführt und erst mit dem zweiten Blick assoziiert, erlebt man eine Kulmination aus Videokunst und elektronischer Musik, die zu einer Synthese im MELTingPot verschmelzen.


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