Living in a Box

Explosive Pop-Musik wollen viele spielen, doch nur die drei Briten von Living In A Box nehmen das richtig wörtlich: Mit ihren Songs reißen sie Häuserwände nieder.

Am ME/Sounds-Erdbeben-Simulator durfte das Trio beweisen, daß die aktuelle Single „Blow The House Down“ mehr als nur musikalische Sprengkraft besitzt – von den Modell-Häusern jedenfalls blieb nur Schutt und Asche. “ Nein – wir sind keine gewalttätige Band“, wiegelt Sänger Richard ab, „der Song hat eigentlich eine ganz andere, total simple message: Wenn sich zwei Menschen wirklich lieben, werden sie so stark, daß sie sogar Häuser einreißen könnten.“

Die drei Jungs scheinen sich auch sehr zu lieben – zumindest sind sie gemeinsam stark genug, exzentrischen, tanzbaren Brit-Pop mit souligen Grooves und Bläsersätzen zu produzieren, ohne sich gleich nach dem „Blue Eyed Soul“ Strickmuster den schwarzen Vorbildern anzubiedern: “ Unsere Musik ist aber auch eine Reaktion auf diese ganze House-Scheiße. Wir sind angetretenem der Tanzmusik Melodie und Song wiederzubringen.“

Starke Worte von einer Band, die in ihrer zweijährigen Karriere noch nie live aufgetreten ist. Das soll sich jetzt ändern: “ Noch nicht mal unsere Plattenfirma weiß von unserem Geheimplan: Wir wollen etliche Gigs spielen und im Herbst bringen wir das Material dann als simple und billige Live-Platte raus.“

Auf die aktuelle Studio-LP wird man auch noch ein paar Wochen warten müssen: Nach der Tragödie im Hillsborough-Fußballstadion war der Titel GATECRASHING („Den Eingang stürmen“) den drei Soul-Poppern im Moment doch etwas zu heikel.

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