Make Up – Save Yourself

Sie sind die Kinder von Prozac und Jimi Hendrix und spielen mit ihrem unübersehbaren Sex-Appeal. Make Up besitzen dazu das Talent, memorierbare Zeilen zu schreiben („Free Arthur Lee“) und einen Haufen superber Singles aufzunehmen, ohne Freude darüber zu zeigen (nenn das cool). Auf diesem Album bündelt die Band aus Washington D.C. ihre komplette Rock-Intelligenz in hochkonzentrierten, zittrigen Drei-Minuten-Stücken, die sich zu gleichen Teilen aus Gospel und Psychedelic speisen. Das Cover von „Hey Joe“ kann es mit der Patti-Smith-Version aufnehmen. Sänger Ian Svenonius erklärte Make Up spontan zur „Speerspitze der Rock n’Rolt-Komintern“ und sich selbst in einem Song gleich zum Pentagon. Das war 1999, ein paar Spielzeiten zu früh, um eine größere Rudelbildung im Rock-Publikum zu verursachen. Heute Save Yourself zu hören ist wie einen verschütteten Schatz der Antike entdeckt zu haben. Und keine Menschenseele in mondheller Nacht.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.