Marc Bolan: Remembering Marc Bolan


„Marc Bolan, Sänger und Gitarrist der Gruppe T.Rex, ist nach einem Disco-Besuch bei einem Autounfall in London tödlich verunglückt. Seine Freundin, die den Wagen fuhr, überlebte schwerverletzt…“ Vor 20 Jahren, im September 1977, erschütterte diese Meldung die Pop-Welt. Lutz Wauligmann (47), damals Redakteur beim Musikexpress, traf Bolan im März 1973 und erinnert sich heute an diese Begegnung.

„Mit T.Rex war das damals in etwa so, wie mit den Beatles und den Stones in den 6oern oder wie mit den Boy-Groups heute: kreischende Mädchen, die bei jedem Konzert reihenweise in Ohnmacht fielen, und Jungs, die Marc, den Mädchenschwarm naturlich insgeheim beneideten und bewunderten. Bei den Deutschland-Gigs 1973 bekamen T.Rex durch die Bank schlechte Konzertkritiken. In Hamburg erlebte ich selbst mit, mit wieviel Improvisation – um es mal milde auszudrücken – Bolan seinen Auftritt bestritt. Klar, daß er dabei schon mal den falschen Ton traf oder daß Mickey Finn an den Congas leicht aus dem Takt kam. Aber war das denn, was zählte? Beim Presse-Meeting im Interconti-Hotel war Marc einfach nett und ‚charming‘, wußte ganz genau, welche Fragen sich im Zusammenhang mit seiner Person aufdrängten, als er flachste:’Was möchtest du denn gerne von mir hören? Welche Schuhe ich trage? Ob ich ein Mädchen bin? Ob ich mit Mickey Finn verheiratet bin?‘ Er plauderte über ein Filmprojekt mit Ringo Starr und Elton John und seine Pläne, sich wieder mehr der Schauspielerei zu widmen, von der er ja gekommen war. Völlig im klaren war er sich über seinen Status als Mittelpunkt der Band:’lch bin der eine, der ganz Besondere in der Band. Ich fühle mich wie der Salvador Dali des Rock’n‘ Roll, und das wissen die anderen in der Gruppe. Ohne sie wäre ich aber nichts, because they’re just great.‘ Was hätte dieser Salvador Dali der Popkultur wohl noch alles zu bieten gehabt, wenn nicht plötzlich alles zu Ende gewesen wäre. Wir werden es nie erfahren. Dieses Treffen werde ich jedenfalls nie vergessen. Boogie on in heaven, Marc!“