Massive Töne


Sieben Jahre HipHop im Untergrund sind genug. Nun gehen Massive Töne mächtig in die Offensive.

„Das neue Album symbolisiert für uns den Beginn einer neuen Ära“, erzählt Schowi im Interview. Kein Wunder, denn „Überfall“ ist nach der 95er EP „Dichter in Stuttgart“ und dem Debütalbum „Kopfnicker“ (1996) nicht nur musikalisch ein großer Schritt nach vorn für das HipHop-Quartett aus Stuttgart. Der zweite Longplayer von Ju, Wasi, Schowi und DJ sterTon erscheint nämlich nicht bei MZEE.dem kleinen Label, bei dem die Massiven Töne bislang unter Vetrag standen, sondern bei der großen Hamburger Plattenfirma Eastwest Records. Nun „findet“, wie Schowi richtig bemerkt, „alles auf einem anderen Level statt.“ Das fing bei derVorab-Single „Chartbreaker“ an, die ihrem Namen alle Ehre machte und bereits nach einer Woche in die Hitparade kletterte, und hört mit der ausgedehnten Tour, die die Massiven Töne noch bis Anfang Juni quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz führt, noch lange nicht auf. „Wir wollten als Band bei unserem Label die Nummer eins sein. Und genau das war bei MZEE nicht der Fall“, erinnert Schowi sich. Nun kommen die Massiven Töne in den Genuß eines viel größeren Etats, endlich können Single-Auskopplungen und auch Video-Produktionen vernünftig finanziert werden. Das ist nicht immer so gewesen. Schon gar nicht 1991 als Ju, Wasi, Schowi und DJ 5terTon in Stuttgart beginnen, Texte von den Beastie Boys, Public Enemy oder den Ultramagnetics abzuschreiben und nachzurappen. Kurz darauf entstehen erste eigene Songs, die anfangs auf amerkanischen Instrumentals basieren, später auf selbstgebastelten Beats. Zu dieser Zeit mischen auch DJ Friction und Philippe Kayser (beide Freundeskreis) bei den Vieren mit. 1995 touren die Töne dann mit der „Klasse von ’95“ (DerTobi & Das Bo, Fettes Brot, MC Rene, F.A.B.) und veröffentlichen ihre EP „Dichter in Stuttgart“. Ein Jahr später kommt die LP „Kopfnicker“in die Plattenläden. 1997 zieht man wieder mit Fettes Brot durch die Hallen, später im Jahr noch mit Freundeskreis, Afrob und DJ Emilio. Im vergangenen Jahr schließlich unterschreiben die Massiven Töne bei Eastwest und richten ihr eigenes Studio ein. Auftritte mit KRS-One und Missy Elliot folgen. Und nun das neue Album „Überfall“ (u.a. mit Gastauftritten von The Arsonsists und Shabbazz The Disciple von den Gravediggaz). Und was bringt die Zukunft? „Das Ganze wird ernster“, weiß Ju, „wir müssen jetzt richtig arbeiten, wenn wir was erreichen wollen.“