Michael-Jackson-Biopic „Michael“: Tierschutz kritisiert Bubbles-Darstellung
Im Biopic lebt Schimpanse Bubbles als CGI-Gefährte auf – doch man warnt: Die Darstellung fördere den Wildtierhandel.
Am 23. April 2026 startet der Film „Michael“ in den deutschen Kinos. Die anstehende Veröffentlichung widmet sich dem Leben von Michael Jackson, verkörpert wird er dabei von seinem Neffen Jaafar Jackson. Der Streifen gerät nun aber auch wegen der Darstellung eines Schimpansen in den Fokus der Kritik.
Bubbles und Michael Jackson
Bei dem besagten Tier handelt es sich um den Schimpansen Bubbles. Dieser war zu Lebzeiten das Haustier des Künstlers und ein wichtiger Bestandteil von Michael Jacksons Leben. Der Affe verfügte sogar über mediale Präsenz durch Talkshow-Auftritte, sodass seine Darstellung im Film außer Frage steht. Bevor Bubbles mit dem „Thriller“-Interpreten zusammenlebte, wurde er in einem Forschungslabor in Texas geboren. Ein Leben in der Wildnis blieb ihm damit von Anfang an verwehrt. Genau wegen der Darstellung dieses Schimpansen erhält das filmische Werk nun neuen Gegenwind.
Kritik von Tierschützer:innen
Die Kritik kommt von der Tierschutzorganisation Humane World for Animals. Diese sieht die Darstellung als problematisch an, da der Film Bubbles als handhabbaren und anhänglichen Gefährten zeigt, der in häuslicher Umgebung lebt. Genau hier liege das Problem: Die Biografie führe die Zuschauer:innen in die Irre und vermittle eine falsche Realität. Dabei würden sowohl die komplexen Bedürfnisse von Schimpansen, die eine Haltung als Haustiere unmöglich machen, als auch die damit verbundene Grausamkeit ignoriert, so die Organisation.
Das Tier ist zwar ausschließlich per CGI animiert, dennoch argumentieren die Tierschützer:innen, dass dies problematisch sei: Die Darstellung stärke den Glauben, solche Tiere ließen sich problemlos als Haustiere halten. In der Folge könnten der weltweite Handel mit Wildtieren und das damit verbundene Leid der Tiere zunehmen, vermeldet Humane World for Animals besorgt.
Statement der Tierschützer:innen
Kurz vor dem Kinostart von „Michael“ äußerte sich Audrey Delsink, Senior Director bei Humane World for Animals in einer Pressemitteilung wie folgt: „Romantische Darstellungen von Wildtieren als Gefährten in Filmen können die Nachfrage nach diesen Arten als Haustiere fördern und mehr Tiere dem Risiko aussetzen, aus der Wildnis gefangen zu werden oder ein Leben lang in Privathaushalten zu leiden.“
Weiter hieß es: „Schimpansen wie Bubbles sind zudem unglaublich starke Tiere, die eine echte Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen können, sobald sie ausgewachsen sind. Wie alle Wildtiere, die in engem Kontakt mit Menschen gehalten werden, behielt Bubbles trotz Gefangenschaft seine natürlichen Instinkte. Wie so oft wurde auch er, als er größer, stärker und schwerer zu kontrollieren wurde, schließlich an einen Tiertrainer aus Kalifornien gegeben und 2005 in ein akkreditiertes Schutzgebiet in Florida gebracht.“






