Mit bewährtem Powerpop starten die Umajets durch


Rob Aldridge ist eine Hälfte des amerikanischen Powerpop-Duos Umajets, dazu ausgewiesener Käse-Kenner und erklärter Fan von Soul- und Bluesklängen. Außerdem kann man mit ihm einen kompletten Nachmittag lang in die Philosophie des Alltags eintauchen. Eine Tatsache, die auch auf dem Umajets-Album „Demolotion“ ihren Niederschlag findet. Die 14 Tracks der Platte sind Konzentrate der Nebensächlichkeit, der assoziativen Songkunst. Für Aldridge, der zuvor bei Hollyfaith musizierte, und seinen Umajets-Kumpel Tim Smith, ehedem bei Jellyfish und nun Live-Bassist von Sheryl Crow, liegt aber gerade im scheinbar Selbstverständlichen ein besonderer Reiz. Warum also einen neuen Musikstil erfinden, wenn Smith und Aidridge (r.) erwiesener Weise einen Hang zu Bewährtem haben? Zu semi-akustischen Popsongs beispielsweise, zu melodischen Rocknummem, zu mehrstimmigem Gesang und knacki- gen Gitarrenrrffs. Viel ungewöhnlicher als die Musik der Umajets sind da schon ihre Songtexte. In ihnen ist von Fliegen, die in Köpfen hausen, die Rede und von Typen, die „Grabstein-Pizzen“ verspeisen. Dazu gibt’s schöne Grüße an Freddie Mercury und Howard Hughes, an Jesus und ein „Girl Named God“. Haben die Umajets denn überhaupt einen Gott? „Klar“, antwortet Rob Aldridge, verweist auf „die phallischen Symbole, die wir in die Welt gesetzt haben“ und sagt deutlich: „A sweet, sweet dick!“