Mutter im Festsaal Kreuzberg, Berlin

„Das war doch gar nicht so gut“, maßregelt Sänger Max Müller das Publikum. Das hatte zu laut geklatscht. So kennt man Mutter: halsstarrig, ironiefrei, gnadenlos. Jochen Distelmeyer redet sich ja schon ewig den Mund fusslig ob der Großartigkeit der Berliner Totalverweigerer. Er ist auch da: im schneeweißen Anzug, um den Release des neuen Albums Trinken Singen Schießen zu feiern, des zugänglichsten aller Mutterwerke. „Wir sind Wohltäter“, behauptet Müller. Es klingt wie „wohl Täter“. Und weiter geht’s: „Mach doch einfach!“. Wo wäre diese Absage an die Schwätzer besser angebracht als in der Hauptstadt der Schwätzer, Berlin? „Die Alten hassen die Jungen“ auch nur so lange “ …bis die Jungen die Alten sind“. Ja, da kann man jetzt mal drei Nächte drüber nachdenken. Am Ende geht ein Noiserock-Gewitter nieder. Man widerspricht Müller ja ungern, aber: Das war doch gut – verzeiht man dem Soundmann seine zahlreichen Aussetzer.

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