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Film der Woche: „El Topo“ & „Montana Sacra“

Eine schwierige Woche, kinomäßig gesehen. Schließlich traut sich niemand so recht seinen Film gegen die „Hobbit“-Übermacht ins Rennen zu schicken. Und nachdem Tageszeitungen und Review-Blogs sowieso voll von Besprechungen des Fantasy-Abenteuers sind, verzichten wir hier mal auf eine redundante Review und widmen uns statt dessen dem psychedelischen Kino von Alejandro Jodorowsky.

Beim diesjährigen Münchener Filmfest war der Altmeister des psychedelischen Kinos persönlich anwesend, die sehenswerte Dokumentation über sein gescheitertes Projekt der „Dune“-Verfilmung wurde vorgestellt. Dieser Auftritt hat offensichtlich auch einige Kinofreunde neugierig gemacht, die nun die beiden zentralen Jodorowsky-Werke „El Topo“ und „Montana Sacra“ erneut ins Kino bringen. Zwar nicht bundesweit, aber immerhin in einigen Metropolregionen wie Berlin und Hamburg kehren die beiden surrealen Filmerlebnisse auf die große Leinwand zurück. Vollkommen verdient, denn zu einem gewissen Grad bedarf es der Unentkommbarkeit des Kinosaals, um sich in Jodorowskys symbolgeladenen Bildwelten verlieren zu können.

„El Topo“ war dabei Ende der sechziger Jahre nicht weniger als eine Revolution. Während in Italien, Spanien und Japan eine ganze Generation ihr Verhältnis zur amerikanischen Kultur mit Exploitation-Western in einen neuen Kontext setzte, goss der Chilene Jodorowsky die bisherigen Einflüße seines Lebens – Poesie, Mystik, Schauspiel, Surrealismus und Zen-Buddhismus – in den gehirnschmelzenden Acid-Western „El Topo“. Darin spielt Jodo selbst den titelgebenden Revolverhelden, der auf der Suche nach spiritueller Erleuchtung durch die Wüste wandert, bevor er getötet wird und wenig später wiederaufersteht.

Klingt heute noch nach einem seltsamen Filmerlebnis? Ohne Frage, war Ende der Sechziger trotz LSD-Hype und sexueller Revolution aber ein mittleres Erdbeben: In Jodos damaliger Wahlheimat Mexiko wurde der Film nie aufgeführt, dafür sorgte er in den Undergroundkinos von New York für Furore und hatte erheblichen Einfluss darauf, die Indie-Kinobewegung der „Midnight Madness“-Movies zu etablieren.

Lange Rede kurzer Sinn: „El Topo“ und „Montana Sacra“ waren mutige und sicherlich ein Stück weit auch grenzwahnsinnige Filme, die von damaliger Gegenkulturprominenz wie John Lennon gefeiert wurden. Das gesamte Genie Jodorowskys zwischen Tarot-Symbolik, Science-Fiction-Welten und spiritueller Suche fangen sie zwar nur teilweise ein, als erster Schritt in den Kosmos des multitalentierten Ausnahmekünstlers seien sie jedoch wärmstens empfohlen.



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