Neu im Kino: Matthew McConaughey, Matthias Schweighöfer und der „Robocop“

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Film der Woche: „Dallas Buyers Club“

Drama – USA 2013, Regie: Jean-Marc Vallée , Darsteller: Matthew McConaughey, Jared Leto, Jennifer Garner

Es ist schwer, zu beschreiben, warum man Jean-Marc Vallées Film gleich vom ersten Moment an verfallen ist. Vielleicht ist man ja geplättet, weil man sich einen Film über die frühen Tage des HI-Virus nur als ernstes, die Stirn in tiefe Denkfalten legendes Drama vorstellen kann. Aber „Dallas Buyers Club“ zieht der Oper von Mozart abgehangene Stücke Rockmusik von Bachman-Turner Overdrive oder Foghat vor. Der Film ist am Leben interessiert und nicht am Sterben.

Sollten daran Zweifel bestehen, muss man nur die erste Szene abwarten, in der man den Mann erlebt, den man die nächsten zwei Stunden erlebt: Wie dieser Ron Woodroof sich hinter den Kulissen eines Rodeos mit zwei Damen vergnügt und Koks reinzieht, kann man ihn sich kaum als Helden vorstellen. Aber genau das ist Woodroof, speziell für die Schwulen-Community. Weil nämlich genau er, der sich seinen Kumpels gegenüber lautstark darüber echauffiert, dass der gerade an Aids gestorbene Rock Hudson ein „Schwanzlutscher“ gewesen sein soll, als einer der ersten Heterosexuellen dieser Zeit den HI-Virus aufschnappt, sich mit aller Macht gegen die Prognose seines behandelnden Arztes auflehnt, er habe nur noch einen Monat zu leben.

Und weil ihm die Behörden einen Knüppel zwischen die Beine werfen, als er sich völlig natürliche alternative Medizin in Mexiko besorgen will, findet er nicht minder alternative Wege, doch an den Stoff zu kommen und mit anderen Leidensgenossen zu teilen. Wie Woodroof kennt auch das Drehbuch von Craig Borton und Melisa Wallack kein Selbstmitleid. Den Kampf des Sterbenden gegen die Autoritäten erzählen sie als Bubenstück, als wildes und lustiges Heist-Movie, das oft so unglaublich ist, dass es nur tatsächlich passiert sein kann.

Ein Crowdpleaser mit einem Protagonisten, der kein Engel ist, aber auch kein Narr: Wie selbst der Redneck Woodroof geläutert wird und ausgerechnet in dem auch aidskranken Transsexuellen Rayon nicht nur einen Partner, sondern auch einen Freund findet, der ihn sein gesamtes Weltbild überdenken lässt, ruft Erinnerungen hervor an die nicht minder unangepassten Underdog-Epen von Milos Forman: Woodroof, furios gespielt von Comeback-Kid Matthew McConaughey, der für die Rolle fast 20 Kilo abnahm, reiht sich ein in die Ahnengalerie der schrägen Kämpfer gegen das System, von dem sie sich zermalmen ließen, gleich neben Larry Flynt, Andy Kaufman und Amadeus. Also doch wieder der.

Außerdem neu in den Kinos und mit einem Ein-Satz-Schnellcheck aufgeführt:

VATERFREUDEN

Bekannte Namen: Matthias Schweighöfer, Friedrich Mücke

Verfilmung des Bestsellers „Frettsack“ von Murmel Clausen: Matthias Schweighöfer überdenkt sein Single-Leben wegen eines Frettchens.

Gehen wir rein… weil uns unsere Frauen zwingen werden.

ROBOCOP

Bekannte Namen: Gary Oldman, Samuel L. Jackson

Remake des SciFi-Kultfilms von 1987: Ein schwer verletzter Polizist wird zum Cyborg, um Gangster zur Strecke zu bringen.

Gehen wir rein… weil José Padilha ein guter Sci-Film mit hohem Unterhaltungswert gelungen ist.

JAPPELOUP – EINE LEGENDE

Bekannte Namen: Daniel Auteil, Guilaume Canet

Springreiter Pierre Durand und sein Pferd Jappeloup gehen in diesem Sportdrama durch Dick und Dünn.

Gehen wir rein… weil der Filmstart zur anstehenden Olympiade passt – auch wenn eher zur sommerlichen Ausgabe.

MEINE SCHWESTERN

Bekannte Namen: Lars Kraume, Nina Kunzendorf

Drei Schwestern verbringen in dem bewegenden Film noch ein letztes Mal ein paar Tage zusammen.

Gehen wir nur rein… weil das ganze Ensemble eindrucksvoll spielt.


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