NEWS


Dies-„^ mal leider nicht“ — auch Stars können in dem großen Trend-Lotto mal eine Niete ziehen. Gewinner des aktuellen „Nase vorn“-Spiels ist David Byrne, der als erster mit einer LP kommt, die er ausschließlich mit brasilianischen Musikern eingespielt hat. Die Niete des Jahres gebührt daher dem rührigen GRACELAND-Afrika-Entdecker Paul Simon, der zwar auch seit Monaten mit den ultra-hippen Muckern vom Zuckerhut rummacht, bis heute aber ohne Vinyl-Erfolg. Frustriert von Byrnes Sieg reagierte Paulchen seine Wut an einem unschuldigen (amerikanischen) Base-Ball ab.

Von nicht gerade humanitärem Denken geprägt sind dagegen die Wutanfälle von Izzy Stradlin, zweiter Gitarrist bei den US-Schweinerockern Guns n‘ Roses. Izzy, monatelang von Mötley Crüe-Sänger Vince Neil wegen einer angeblich blutigen „Balgerei“ mit dessen Frau Sharisse öffentlich angegriffen, platzte bei der Verleihung der MTV-Video-Awards in Los Angeles endgültig der Kragen: Vor versammeltem Publikum streckte er Vince mit einem Faustschlag nieder. Noch nicht einmal nach zwei Tagen Untersuchungshaft zeigte der Schläger Reue: ,Sharisse ist eine dumme Sau — da läßt sie sich erst von mir den Fick ihres Lebens verpassen und jetzt will sie mich abfucken! Eigentlich hätte ich statt Vince besser diese Schlampe verdreschen sollen.“

Solche Niederungen menschlicher Existenz sind dem feinsinnigen Regenwald-Kämpfer Sting natürlich fremd. Der blonde Brite, für seine Rolle als Mäkkie Messer im Bühnenstück „Dreigroschenoper“ seit Wochen mit Schnurrbart und Versace-Anzug in New York wohnend, fiebert nervös der Premiere am 19. Oktober (Spielzeit bis 2. November, Ticket-Info: 001 -212 246 0102) entgegen. .Bei keinem Konzert hatte ich soviel Lampenfieber wie schon jetzt bei den Proben“, stöhnt Sting. Dabei hätte er nur mal auf seinen Musik-Kollegen Peter Gabriel hören müssen. Der streßgeplagte Studio-Besitzer und Welt-Retter hätte ihm gern den ganz heißen Tip gegeben, wie man als gehetzter Star ein Quentchen Ruhe findet: „Den Trick hat mir vor Jahren James Brown verraten“, gibt Gabriel zu, .und es stimmt — seitdem ich mich nach dem Duschen immer fünf Minuten lang unter die Trockenhaube setze, bin ich viel entspannter.“ Mit Erfolg: Nach Jahren des Wartens kommt endlich das Live-Video „Point Of View“ auf den Markt. Es zeigt Ausschnitte vor dem Akropolis-Hintergrund in Athen und wird angereichert mit Backstoge-Shots, die Gabriel selbst gefilmt hat.

Unter der Haube war auch Billy Idol lange genug, doch nach jahrelanger häuslicher Unterdrückung durch Freundin Perri Lister hat Billy jetzt Frau und Kind (Willem Wolfe, 15 Monate) endgültig verlassen. Natürlich nicht, um endlich seine neue LP rauszubringen: Momentan verläßt er das Bett seiner neuen Freundin Maria Conchita Alonso (Film-Sternchen) nur noch aus Notdurfts-Gründen.

Macht nichts, denn die nun folgende Meldung ist genauso voll für’n Arsch. Frage: Wem mag nur jenes wohlproportionierte und farbig bebilderte Hinterteil gehören, das den anständigen Lesern dieser Zeitschrift auf so obszöne und schamlose Art (rechts) entgegengestreckt wird? Zur Antwort bitte umblättern.

Ein glühendes Beispiel für andere Aussiedler östlicher Herkunft gibt Rußlands Rock-Botschafter Boris Grebenshikov ab: Gerade mal ein knappes Jahr rausgelassen, lebt er seinen ostdeutschen Leidensgenossen schon perfekt vor, wie schnell man den Kapitalismus liebgewinnen kann. Wenn er nicht gerade den Eurythmics den Kaviar vom Teller ißt, vergnügt er sich mit allem, was man kaufen kann — teure Gitarren, schnelle Autos und neuerdings sogar mit einer in Lebensgröße nachgebauten Gummi-Marilyn Monroe. Sein letztes Anpassungsproblem: .Ich mußte mir einen Bart wachsen lassen. Im Osten gab es nie so scharfe Rasierklingen wie hier. Ich hätte mir fast den Hals abgeschnitten.“

Der eher als Halsdurchbeißer bekannte Ex-Sabbath Ozzy Osbourne ist für eine Weile weg vom Fenster. Er war vor Wochen von der Polizei festgenommen worden, als er daheim in Little Chalfont (nördlich von London) in einem Wutanfall seine Frau verletzt hatte. Die Ausrede, er sei mal wieder stockbesoffen gewesen, zog diesmal nicht: Der Richter verdonnerte ihn zu einer dreimonatigen Entziehungskur im Kranken-Knast.

Frauen-Kenner wissen es längst — das fast entblößte Hinterteil gehört zu dem aufwendig restaurierten Silikon-Kunstwerk, das unter dem Namen Cher mit dem Video zu ihrer neuen Single ,lf I Could Turn Back Time“ zur Zeit dafür sorgt, daß amerikanische Hausfrauen ihre Männer zikkig fragen: .Hast du eine Rolle Vierteldollars in der Hose oder dir schon wieder dieses Weibsbild angeschaut?“ Doch der Konflikt wurde bald beseitigt — nur dreimal versaute die 42jährige leichtgeschürzt US-Bildschirme, dann reagierten die MTV-Gewaltigen: Sendeverbot. Striktes Auftrittsverbot verschrieben Tour-Ärzte der überarbeiteten Dance-Queen Neneh Cherry. Sie mußte alle US-Konzerte (im Vorprogramm der Fine Young Cannibals) absagen, nachdem sie bei der Party nach der Verleihung der MTV-Awards umgekippt war. Diagnose: Die zweifache Mutter hatte sich einen schlimmen Influenza-Virus eingefangen. Kein Wunder — wer seine Heldenbrust derart ungeschützt dem kalten Herbstwind entgegenstreckt (Foto), braucht sich über eine Infektion nicht zu wundern.

Und es kann ja nicht jeder so eine SauNatur haben wie die alte Sex-Pistole Johnny Lydon. Der geläuterte Ex-Punk begegnete Sticheleien von „Monty Python“-Star John Cleese in AIDS-ender Richtung während einer Benefiz-Veranstaltung zugunsten einschlägig Infizierter in London, indem er sein Hemd aufriß und ins Publikum schrie: .Schaut her — Brust frei, aber unten nur mit Gummi!“

So voll wie Lydon wird ein prominenter Kollege aus Deutschland zu diesem Thema den Mund nicht mehr nehmen:

Udo Lindenberg weiß nach dem aktuellem Warnschuß aus der Brustgegend, daß ein Mann über 40 auch ein wenig Über-Lebenskünstler sein muß. Da bringt es nichts, sich selbst und seine Fans mit .ich mußte mich mal profimäßig durchtschecken lassen“ (letzter Arztbesuch: 1977) beruhigen zu wollen — Udo braucht Urlaub. Deshalb ist erst mal Schluß mit der Raucherei (70 Zigaretten am Tag), die Tournee wurde auf Januar/Februar verschoben. Ein Schicksal, über das im Hause ME/ Sounds derzeit viel diskutiert wird — schließlich liegt die durchschnittliche Lebenserwartung deutscher Journalisten bei nur 59 Jahren.