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Meinung

Oscar-Verleihung: Lasst endlich Frauen und Männer gegeneinander antreten!

In der Nacht vom vierten auf den fünften März vergibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences wieder Preise an zwei unterschiedliche Spezies. Zumindest erweckt das den Eindruck, wenn die Oscars in den Kategorien „Beste Hauptdarstellerin“ und „Bester Hauptdarsteller“ verliehen werden. Die MTV-Awards machten es 2017 mit einem gender-neutralen Preis vor. Bei der Verleihung setzte sich Emma Watson in der Kategorie „Hauptrolle“ mitunter gegen Hugh Jackman und Hailee Steinfeld durch. Bei MTV hat man völlig richtig erkannt:  Schauspielerinnen und Schauspieler mit zwei unterschiedlichen Auszeichnung zu ehren ist nicht mehr zeitgemäß – und ergab rückblickend noch nie wirklich viel Sinn.

Oscars 2018: Alle Gewinner im Überblick

Sobald Frauen nicht mehr ihre eigene Shortlist haben, würden sie überhaupt nicht mehr mit Preisen bedacht. Diese Bedenken äußern Kritiker*innen oft, wenn es darum geht, die Gender-Grenzen bei den Academy Awards aufzulösen. Und natürlich, die Industrie muss dafür sorgen, dass nicht überwiegend Männer hinter den Kulissen arbeiten. Produktion und Regie und auch die Jury, die entscheidet, wer die Preise schlussendlich erhält, ist auch noch im Jahr 2018 ein ziemlicher Boys Club. Die ausgrenzenden Strukturen sind dafür verantwortlich, dass in der Geschichte beispielsweise nur eine Handvoll Frauen für den neutralen Oscar „Beste Regie“ nominiert und lediglich eine – Kathryn Bigelow für „The Hurt Locker“ – ihn je gewonnen hat.

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Doch gäbe es einen Goldjungen für alle, wären Filmstudios dazu gezwungen, nicht nur vermehrt wirkungsvolle Rollen für Frauen zu schreiben, sondern diese auch noch interessant in Szene zu setzen. Komplexe Figuren und strapaziöse Werdegänge sind auf der Leinwand meist männlichen Stars vorbehalten – genauso wie die überwiegende Mehrheit der Dialogzeilen. Universal, Fox, Warner und Konsorten aber wollen unbedingt Oscars für sich verbuchen. Um die eigenen Gewinnchancen nicht zu schwächen, müssten vielschichtige Rollen gleichermaßen auch für nicht-männliche Darsteller geschrieben werden.

Kreative Branchen müssen voranschreiten

Auch die schauspielerische Leistung muss anschließend mit gleichem Maß gemessen werden. Die Performance, die bei den Oscars oder jeder anderen künstlerischen Preisverleihung ausgezeichnet wird, unterscheidet sich nicht aufgrund des Geschlechts. Wir sind ja nicht bei den olympischen Spielen. Frau und Mann müssen in der Kunst – wie in so vielen Lebensbereichen – nicht als zwei unterschiedliche Lager begriffen werden, die sich gegenseitig sabotieren und in die man sich einzuordnen hat.

Ohnehin gilt es diese beiden Lager aufzulösen. Vorausgehen müsste dabei eine vermeintlich tolerante und progressive Branche wie die des Films. Sie muss dabei helfen, Raum für alle zu schaffen, die noch nicht genug Platz haben. Dazu gehören diejenigen, die sich nicht einem Geschlecht zuordnen möchten. Als MTV den ikonischen „Moonman“-Preis zu „Moon Person“ umbenannte, sagte der Präsident des Fernsehsenders Chris McCarthy: Wer auch immer den Preis gewinnt, könne männlich, weiblich, transgender oder nonkonformistisch sein. Wer auch immer den Oscar 2019 gewinnen wird, sollte genau die gleiche Freiheit haben.

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