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Ein Dokumentarfilm über das Spannungsfeld zwischen kulturellem Anspruch und Wirtschaftlichkeit in der Festivalindustrie

Umbruch bei der Oscar-Academy: Kendrick Lamar, Sufjan Stevens und 926 weitere neue Mitglieder

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Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat sich wie in jedem Jahr vergrößert. Die Anzahl der Mitglieder, die jährlich über die Verleihung der Oscars abstimmen, wird demnächst auf rund 8200 Mitglieder ansteigen. Mit einem gewaltigen Welle an Einladungen wird 928 Künstlern die Mitgliedschaft angeboten. Zu den prominentesten darunter zählen Sufjan Stevens, Kendrick Lamar, Michel Gondry, Eva Green, Questlove und Dave Chapelle.

Die Oscar-Academy kämpft seit Jahren mit einem Problem: Sie ist zu alt, zu männlich und zu weiß. Bis 2020 soll deshalb deutlich mehr Diversität in einer der wichtigsten Jurys der Welt vorherrschen. Deshalb sind 49 Prozent der nun eingeladenen Persönlichkeiten weiblich, 38 Prozent davon „people of color“. Der Gesamtprozentsatz des Frauenanteils bei der Academy ist seit 2015 von 25 auf 31 Prozent gestiegen, bei nicht-weißen Mitgliedern stieg er von 8 auf 15 Prozent. Mit dem Umbruch reagiert die Oscar-Leitung immer noch auf die #OscarsSoWhite-Debatte aus den vergangenen Jahren. Sie wies auf die auffällige Abwesenheit von farbigen Künstlern in den wichtigsten Kategorien hin.

Ein Regisseur hat die Einladung ausgeschlagen

Es gibt also viel Bewegung in der bisher so starren Academy-Zusammenstellung. Auf der hauseigenen Website hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in vielen Grafiken erklärt, welche Bereiche der Industrie, welche Länder und welche Sprachen die Oscar-Newcomer repräsentieren. Doch nicht alle eingeladenen Künstler werden dem Club beitreten. „Black Panther“-Regisseur Ryan Coogler hat die Einladung beispielsweise schon ausgeschlagen.

Zuletzt hatte sich die Academy of Motion Picture Arts and Sciences  minimal verkleinert, dafür aber schlagzeilenträchtig: Roman Polanski, Bill Cosby und Harvey Weinstein wurden aus der Academy geworfen, dies passierte zuvor nur 2004 dem Schauspieler Carmine Caridi, der gegen Urheberrechte verstieß.


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