Quentin Tarantino sagt, welcher seiner Filme ihn wirklich stolz macht

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Immer wieder wird Quentin Tarantino in Interviews gefragt, welcher Film von ihm wirklich sein bester ist. Kritiker und Publikum haben da natürlich ihre eigenen Favoriten. Aber wie sieht es der Maestro? Bisher schwieg er beharrlich. Doch Radio-Legende Howard Stern bekam ihn in seiner „SiriusXM“-Show doch zum Reden.

„Ich werde das oft gefragt, und meistens komme ich dann mit dem bekannten Kinder-Vergleich“, sagte Tarantino in der Sendung auf die ungeliebte Frage angesprochen. „Aber ganz ehrlich: Ich denke, ‚Once Upon A Time In Hollywood‘ ist mein bester Film.“

Die Katze ist also aus dem Sack: Nicht sein Debüt „Reservoir Dogs“ und der Cannes-Hit „Pulp Fiction“ machen den Regisseur stolz, sondern seine komplexe Hommage auf eine Traumfabrik, die längst nicht mehr existiert und in der er die Geschichte um die mordende Manson-Family einfach umschreiben ließ.

Paraderollen für Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Margot Robbie, ein flirrendes 60s-Feeling – das war dann auch 10 Oscar-Nominierungen wert (schlussendlich gab es zwei Auszeichnungen, eine für Pitt und eine fürs Szenedesign). Aber unter Fans konnte der Film niemals so punkten wie etwa die „Kill Bill“-Reihe oder auch „Django Unchained“.

Quentin Tarantino rechnet mit dem Gegenwartsfilm ab

Warum nun also „Once Upon A Time In Hollywood“? Nun, vielleicht deshalb, weil Tarantino darin eine Filmwelt rekonstruiert, die er heute schmerzlich vermisst. So kanzelte der 59-Jährige zuletzt die aktuelle Ära als die schlechteste in der gesamten Zeit des Hollywood-Kinos ab.

„Auch wenn ich in den 80ern so viele Filme (im Kino) gesehen habe wie danach nie mehr, glaube ich, dass die 80er Jahre zusammen mit den 50er Jahren die schlimmste Ära der Hollywood-Geschichte darstellen“, so Tarantino in einem Video für seinen „Video Archives“-Podcast. „Geschlagen wird das aber alles noch durch die heutige Zeit, durch die nun angebrochene Zeitrechnung.“

Etwas Gutes habe der Verfall der Filmkultur aber dennoch, gab der Regisseur zu. „Filme, die etwas völlig anders machen wollen, stechen bedeutend mehr heraus.“


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