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Blackout Tuesday
Highlight: U2s „THE JOSHUA TREE“ ist eine hirnige Lehrstunde in Pädagogen-Folk

Popkolumne, Folge 13

Warum „The Dirt“ eine Enttäuschung ist und wie ich das Social-Media-Gelaber über den Uploadfilter überlebe: Die Popwoche im Überblick

Der Skandal bleibt mit Veröffentlichung des 9-Minuten-Schinkens dabei aus – zu kanonisiert ist das schmalzig schwitzige Rammstein-Werk. In den Neunzigern fürchteten Medien und Normalos noch, die Holzschnitt-Provo-Band von der Nicht-Eleganz der „He-Man“-Figuren bestünde tatsächlich aus rechten Bauern. Heute aber kennt man Sänger Lindemann aus den Klatschspalten und Flake Lorenz von humorigen Büchern. Alles easy, folks. Und auch nach diesem Clip hier kann man sich weiter sicher sein: Rechte Bauern, das sind bis heute die Fans der Band, die es schaffen werden, auch dieses zumindest kurzweilige Stück Teutonen-Ploitation tatsächlich ernst zu nehmen, es tatsächlich patriotisch zu wenden. Dass es die immer noch gibt, ist die eigentliche Tragik von „Deutschland“.

MEME DER WOCHE

LESUNG DER WOCHE: „Homo Punk History“

Queere Musik, schwule Hymnen… wem hierzu das Genre Punk überhaupt nur in den Sinn kommt, der ist entweder ganz weit draußen oder total tief drinnen. Auf den Autoren Philipp Meinert aus Berlin trifft letzteres zu. Er hat sich die Mühe gemacht, die LGTBIQ-Geschichte des Punks aufzuschreiben. Und auch wenn ein solches Projekt vorrangig den Mangel verwaltet, ist in der über 40-jährigen Punk-Historie doch auch so einiges zusammengekommen, das unter die Regenbogenflagge passt. 400 Seiten schwer ist Meinerts Kompendium – und im vollbesetzten AJZ zu Köln schreitet der Autor eine Powerpoint-Präsi ab, die tatsächlich von Iggy Pops Stooges bis ins Jetzt reicht. Viele Tonbeispiele lockern die ohnehin kurzweilige Zeitreise auf. Und am Schluss verrät Meinert auch noch, wie er mit dem Kuss-Model einer bekannten deutschen Neo-Punkband eine Affäre unterhielt. Infotainment mit Pfiff!

DER VERHASSTE KLASSIKER: Mötley Crüe

Mötley Crüe
„Dr. Feelgood“
(1. September 1989)
Unterhält man sich random mit hemdsärmeligen Nerds in Bars, dann gibt es ein Thema, durch das sich gemeinhin der routinierte Small-Talk mit echtem Leben füllen lässt: „Hast Du auch ‚The Dirt‘ gelesen von Mötley Crüe?“

„Natürlich! Und wie krass ist es! Die sind einfach die geilste Glamband ever und die Haare und die Drogen omg!“



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