Amanda Bergman
EMBRACED FOR A SECOND AS WE DIE
Satchi Six/Bertus (VÖ: 16.1.)
Verträumte Songs zwischen Dream Pop und Softrock, die von Verlusten erzählen.
Amanda Bergman ist in der schwedischen Musik-Szene sehr gut vernetzt. Sie sang für Lykke Li, ist Teil der Allstar-Band Amason, befreundet mit Super Produzent Max Martin – und dann nutzte der schwedische Autobauer Volvo eines ihrer Stücke für einen Werbeclip. Ein erstes Soloalbum erschien 2016, das zweite kam acht Jahre später, nun scheint sie ihren Rhythmus als Singer/Songwriterin gefunden zu haben, denn bereits anderthalb Jahre später folgt nun Album Nummer drei: EMBRACED FOR A SECOND AS WE DIE.
Der Titel zeigt: Ein Fest der guten Laune ist hier nicht zu erwarten. Die Lieder handeln von Verlusten, die Bergman zuletzt erlitten hat. Menschen starben oder drifteten weg. Humanistische Gewissheiten stehen auf dem Prüfstand oder sind längst verloren. Die Künstlerin verarbeitet diese Erfahrungen in verträumten Songs, in denen der Softrock von Fleetwood Mac genauso eine Rolle spielt wie Art-Pop, nordisch gedachte Americana oder Dream Pop.
Besonders gelungen sind Stücke wie „Grasp“ oder „Groby“, auf denen Bergman zur verhallten E-Gitarre beinahe so lässig und zugleich eindringlich wie Stevie Nicks singt. Am Ende des Albums findet Amanda Bergman sogar eine Lösung für die Drohkulisse der Verluste, nämlich das Aufsuchen einer inneren Ruhe: „Ours Is A Silent Gun“.
Diese Review erscheint im Musikexpress 2/2026.



