Anvil :: Durch Dick und Dünn

Endloses Flennen, Händchenhalten, In-den-Arm-Nehmen, Gruppensessions mit einem Therapeuten, der 40.000 Dollar die Woche verlangt, wird man hier nicht sehen. Es geht nicht um ein Multimillionenunternehmen, das mit aller Macht am Leben erhalten werden muss. Dies ist nicht Metallica, nicht SOME KIND OF MONSTER. Dies ist Anvil, und es ist ihre Geschichte.

Die Geschichte einer Heavy-Metal-Band, die irgendwann einmal, in grauer Vorzeit, kurz davor stand, den Durchbruch zu schaffen, wie es die taten, die nicht ganz so brachial Riffs aufeinander türmten. Okay, vielleicht nicht. Aber immerhin, in diesen Tagen, in den frühen achtziger Jahren, veröffentlichte die Band der Schulfreunde Steve „Lips“ Kudlow (Gitarre, Gesang) und Robb Reiner (Drums) aus Toronto mit METAL ON METAL eine Platte, die heute als stilbildend gilt, als eines der Urgesteine des Sounds, mit dem später Megadeth, Slayer und ja, Metallica, die Metal-Militia in die Welt schickten. Danach reihten sich Pleiten, Pech und Pannen in beliebiger Abfolge aneinander, sodass Anvil heute immer noch die Band zweier Schulfreunde ist, die mittlerweile jenseits der 50 gelandet und aus der Zeit gefallen sind, aber ihre Liebe zu ihrer Band, ihrer Musik und sich selbst nie verloren haben. Ansonsten gäbe es nicht viel Grund für die beiden gestandenen Männer, die sich immer noch mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten, Essen auf Rädern ausfahren und Häuser abreißen, weiterzumachen.

Man erlebt sie bei einer völlig verkorksten Europatour, die sicher ausreichen würde, ein Weichei wie James Hetfield auf immer und ewig ins Haus seines Therapeuten ziehen zu lassen. Anvil dagegen machen weiter. Daraus entwickelt sich ein ganz beachtlicher Film, der weniger Banddoku ist als vielmehr das Dokument einer Liebe, die so groß ist, wie sie bei einer Freundschaft nur sein kann, geschmiedet auf dem Amboss, der Gruppen formt, für die Erfolg bedeutet, miteinander durch Dick und Dünn zu gehen. Und dabei zu lachen.

Kinostart 11. März

www.anvilthemovie.com