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Album der Woche

Asher Gamedze Dialectic Soul


On The Corner/Indigo (VÖ: 10.7.)

von

Als Angel Bat Dawid im November letzten Jahres ihren kleinen, aber beherzten Zug durch die Fangemeinde im Kölner Stadtgarten antrat, gehörte Asher Gamedze zur Band on the move, später saß er an den Drums und trommelte der Klarinettistin aus Chicago den Weg durch die Songs frei – wie er das schon auf dem Album-Track „Capetown“ (THE ORACLE) getan hatte.

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Asher Gamedze kommt aus Kapstadt, er hat seine Magisterabschlussarbeit den Entstehungskontexten des südafrikanischen Jazz gewidmet, er ist auch Mitglied der Bewegung „Pathways To Free Education“. Auf seinem Debüt, dem Doppelalbum DIALECTIC SOUL, weist er dem Freispiel(en) eine besondere Rolle zu. Es ist eine Live-Session aus dem Studio mit Band (Tenorsax, Trompete, Bass). Schlagzeuger Gamedze schiebt Brass-Passagen und verästelte Solo-Partien an, er türmt Beats kurz auf, er ist überall mit seinen Drumsticks.


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Er verwirbelt auch Gegenwart und Vergangenheit in einem dialektischen Prozess, beginnend mit den Gewalttaten des Kolonialismus-Kapitalismus, wie er schreibt, über den Widerstand bis zur Entdeckung einer Seele, die uns mit allem verbindet, mit den Vorfahren, mit dem Leben selbst. So die Theorie. In der Praxis finden auf DIALECTIC SOUL das Schöne und das Schwierige auf durchaus dünnen Brettern zusammen, es ist wacklig, aber es hält. Mehr noch: Es entsteht ein tiefes Atmen, wie etwa in der Ballade „Siyabulela“, die Sängerin Nono Nkoane den Toten widmet. Mit ihr: eine Mini-Marching- Band, die einfach stehen bleibt und zur Meditation spielt.

DIALECTIC SOUL im Stream hören:


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