Atari Teenage Riot :: Is This Hyperreal?

Digital Hardcore/Rough Trade

Welcome back Alec Empire: Der Techno-Punk-Donner der Berliner Band ist Renitenz-Programm und Katharsis zugleich. Für breitere Gesellschaftsschichten.

Lange vor der Entdeckung des Wutbürgers waren Atari Teenage Riot die große Hoffnung der Außerparlamentarischen, mit Punkrock als politischem Stoßtrupp ins digitale Zeitalter vorzudringen. Letztes Album der Berliner Band: im Jahr 1999. Letzte Tournee: 2010. Von ekstatischen Momenten wird berichtet. Das, was Alec Empire, Nic Endo und CX Kidtronik jetzt auf diesem, ja, liebe Protestgeneration im besten Alter, Comeback-Album produzieren, ist ein Renitenz-Donner aus den martialischsten Ingredienzien von Techno, Noise- und Punkrock sowie Speed Metal. Es gibt gerade Beats, Stakkato-Beats und Four-to-the-floor-Bruchprinten – alles, was Rhythmus ist, steht im Dienst der Konfrontation. Im Titelstück marschieren Atari Teenage Riot zum Bundestag, „der nicht mehr das Volk vertritt, sondern die Konzerne“, wie Alec Empire durch ein Megafon ruft. „Hände hoch! Kommen Sie mit erhobenen Händen heraus. Verbrennen Sie Ihre Ausweise, Sie sind verhaftet!“ So weit sind wir von diesem Szenario gar nicht mehr entfernt, Staatsanwälte ermitteln gegen Landes- und Bundesminister. Der Widerstand ist bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen, er tut im Gegensatz zu Atari Teenage Riot nur nicht weh. Alec Empires Volksvertretungs-Noise und Attac-Beat versprechen Katharsis für breitere Gesellschaftsschichten.

Key Tracks: „Is This Hyperreal“,

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.