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Ballaké Sissoko Djourou


Nø Førmat!/Indigo (VÖ: 9.4.)

von

Es ist eine Liebeserklärung an die Kora, an jenes Instrument, das dem malischen Musiker Ballaké Sissoko alles bedeutet: In einem Duett mit Camille, das auch „Kora“ heißt, besingt die französische Sängerin die Schönheit der westafrikanischen Harfe, während Sissoko sanft die Saiten zupft und so die Richtigkeit ihrer Worte unterstreicht.

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Sissoko ist neben Toumani Diabaté der beste und bedeutendste Koraspieler seines Heimatlandes. Wer sich dessen noch mal vergewissern will, sollte sein neues Album DJOUROU (in der Bambara-Sprache „Band“ oder „Saite“) hören. Mühelos streichen, hüpfen und gleiten seine Finger da über die Saiten, man kann den warmen Klang des Instruments erkunden.

Sissoko hat zahlreiche Gäste geladen, große Stücke sind dabei entstanden, zum Beispiel die melancholischen Balladen mit Piers Faccini („Kadidja“) und Salif Keïta („Guelen“). Herausragend ist das Titelstück, das er gemeinsam mit Sona Jobarteh spielt: Langsam baut es sich mit repetitiven Zupfmustern auf, ehe es zum Refrain und dem tollen, einnehmenden Gesang Jobartehs überleitet. Zum Vertrautwerden mit dem Werk Ballaké Sissokos ist dieses Album bestens geeignet.


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