Beck Hyperspace


Capitol/Universal (VÖ: 22.11.)

Wenn man Beck Hansens Ein­lassungen folgt, war es Pharrell Williams, der ihm den entscheidenden Kick in Richtung eines Singer-Songwriter-Albums gab. Aber Obacht, HYPERSPACE ist alles andere als ein Nachfolger der formvollendeten traditionellen Liederalben des Amerikaners geworden (SEA CHANGE, MUTATIONS). Die Zusammenarbeit mit Williams auf sieben von elf Tracks mag den Sound-Maximalisten Beck etwas gebremst haben, die beiden Star-Architekten des Pop aber lassen Ordnung, Raumaufteilung und auch die richtig guten Songs vermissen, um ein kohärentes Album möglich zu machen.

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Die Slide-Gitarre am Anfang von „Saw Lightning“ hätte eine Verbindung zu „Loser“-Zeiten legen können, in denen Beck ONE FOOT IN THE GRAVE setzte. Doch bald wird aus dem Track eine Uptempo-Demonstration auf so etwas wie Ragamuffin-Beats mit einem wenig inspirierten Gemisch aus elektronischen und bluesigen Hintertönen. Die Wirkung verpufft in diesem Mix, der Songwriter nutzt den Raum für reichlich düstere Betrachtungen, die sich bald wie ein träger Strom über das Album ziehen.

Man mag selber entscheiden, ob es hier und im Weiteren um den Verlust der Liebe (der Scheidung von seiner Frau) oder das Abhandenkommen einer Idee von Gesellschaft und Zukunft geht, oder natürlich: beides im selben Moment. Beck-Pop im Jahr 2019 bleibt aber vor allem eines: wenig nahbar. Erst ziemlich gegen Schluss des Albums gelingt ihm mit Paul Epworth ein notierenswerter Song („Star“), der sich wie ein Sprung in die Intimsphäre anfühlt. Der Bass rollt wie nie zuvor, der Sänger falsettiert wie ein Beatle auf Motown, die Keyboardmelodie könnte einem Science-Fiction-Film aus den Sixties entstammen.

Beste Beck-Bricollagenkunst also. Was braucht dieses Album aber Gastsänger (unter anderem  Chris Martin und Sky Ferreira)? Sicher, es passiert so einiges, mal holt Beck Chöre ins Aufgebot, dann lässt er viele, viele Synthieflächen am Songhimmel aufziehen, später erinnert er kurz an seine frühen Folk-Jahre. Es fehlt aber die Kontur, das, was Beck einmal ausgezeichnet hat: die Fähigkeit, sich dem Medium Pop in fordernden, energischen Formen zu widmen.

HYPERSPACE im Stream hören:


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