Cloud Nothings :: Cloud Nothings

Das neue Wunderkind des Punk-Pop kommt aus Cleveland.

Die Popmusik braucht besessene Typen. Leute wie Dylan Baldi, den Alleinunterhalter von Cloud Nothings. Der ist zwar noch keine 20 Jahre alt, hat aber schon zwei Dutzend Songs veröffentlicht, die sich alle anhören, als ginge es um sein Leben. Der Junge geht ein ganz schönes Tempo, überschlägt sich dabei fast, findet aber immer eine Melodie oder zumindest einen einprägsamen Gitarrenriff. Sein Trick geht so: Er hetzt etwas Rabiates auf eine sensible Sache und wartet so lange, bis beide miteinander können. Zum Beispiel trifft in „Should Have“ der Sturm und Drang der frühen Guided By Voices auf die Simplizität des Girlgroup-Pop. Für „Nothing’s Wrong“ hat Dylan Baldi dann die Ramones und The Smiths zusammenbekommen, was sich im Ergebnis erstaunlich stimmig anhört. Ein Faible für prägnante Ansagen hat er auch. Die Frage „I don’t have a heartbeat, why do you?“ wiederholt Baldi so lange, bis sie auch jeder verstanden hat. Vom Prinzip her ist es dasselbe, was Jay Reatard gemacht hat. Weil der aber leider nicht mehr unter uns ist, freuen wir uns darüber, dass es jemanden gibt, der den Staffelstab so gut aufgenommen hat.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.