Neuerscheinungen

Goldener Herbst: Neneh Cherry, OK Kid, PeterLicht und 9 weitere Künstler, die diese Woche neue Alben herausgebracht haben

Album der Woche: Neneh Cherry – Broken Politics 

Neneh Cherry – Broken Politics (2018)

„Another song, this is nothing new“, singt Neneh Cherry in der ersten Strophe von „Kong“, dieser ruhigen, fast beruhigend meditativ dahinwogenden Dub-Soul-Single. Was sie damit meint, erfährt man in den folgenden Zeilen, in denen sie ihre bitterböse Kritik über Europas Kolonialgeschichte und seine neuere Migrationspolitik ausschüttet. Der Sound mag soft sein, aber die politische Agenda ist steinhart in ihrer Entschlossenheit: BROKEN POLITICS ist eine Protestplatte, die ihren inhaltlichen Faden vom Flüchtlingscamp in Calais über Fake News bis zur amerikanischen Waffengewalt webt.

(…) „We clearly let us down“, singt Neneh, die Weise, einmal über die Unmöglichkeit einer friedvollen Existenz in unserer Gegenwart. Wir haben uns selbst im Stich gelassen. Wir müssen es besser machen.  

Cloud Nothings – Last Building Burning 

Emphase! Auflösung! Die Band aus Cleveland arbeitet sich durch die Energiefelder von Punk und Emo. 

PeterLicht – Wenn wir alle anders sind 

Auf zum letzten Gedicht – das neue Album des Texterfürsten unter Deutschlands Popmusikern sucht nach der Freiheit im Hintersinn (Hinterfotzigkeit, go home!) 

Barbara Morgenstern – Unschuld und Verwüstung 

Ein wehmütig-selbstreflexives Stück Musik zur Zeit in mächtig mäandernden Keyboard- und Holzbläser-Spuren. 

How To Dress Well – The Anteroom 

Aus der Welt geworfen und diese im Sound wieder eingefangen – Tom Krell hat ein psychedelisches Ambient- und R’n’B-Album aufgenommen. 

OK Kid – Sensation 

Indie-Pop mit Haltung: Auf seinem dritten Album holt das Trio aus Köln zum Rundumschlag gegen Kommerz, Aufmerksamkeitsgeilheit und Wutbürgerei aus. 

The Residents – Intruders  

Avantgarde zwischen Song und Albtraum-Installation, Thema: die Dämonen in unseren Köpfen. 

Richard Ashcroft – Natural Rebel 

Mad Richard? Bad Richard! Der frühere The-Verve-Star unterbietet sich mit seinem uninspirierten Elendsrock selber.

 – Forever Neverland 

Throneroberungspop von Dänemarks tollster Kratzestimme, nun dezent geglättet.  

Tamino – Amir 

Ein klassisch ausgebildeter Musiker entdeckt im Ambient-Pop die Melancholie des Jung-seins. 

Steiner & Madlaina  – Cheers 

Das Folk-Rock-Duo aus Zürich füllt die Jukebox in der Eckkneipe nahezu im Alleingang. 

Greta Van Fleet – Anthem Of The Peaceful Army 

Beherzter Hardrock. Aber Led Zep waren krasser.  

Weitere Alben, die 2018 erschienen sind oder noch erscheinen werden, findet Ihr in unserer „Coming Soon“-Übersicht.


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