Cro Melodie


Chimperator/Groove Attack

Eine reflektierte Platte über die Schattenseite seines hedonistischen YOLO-Lifestyles wäre vermutlich zu viel des Guten gewesen. Aber vielleicht hätte eine Hinwendung zu einem erwachseneren Sound im Stile des Labelkollegen Maeckes wenigstens für eine kleine Überraschung gesorgt. Aber nein, eigentlich hat man nichts anderes erwartet als die kommerzielle Orientierung und spätestens mit der radiogerechten Single „Traum“ war klar, dass der Maskenträger in den letzten Monaten charakterlich von einer Weiterentwicklung hätte gar nicht entfernter sein können.

So schlimm ist das alles zwar nicht, denn den Großteil der überraschend homogenen Platte hat Carlo Waibel selber produziert und dass er ein mehr als passabler Produzent ist, war schon auf dem Erstling zu hören. Die gelungenen pianolastigen Beats müssen sich im Pop-Rap vor wenigen einheimischen Produktionen verstecken. Lediglich die schmalzigen, fast durchgängig gesungenen Refrains und die Peter-Pan-Einstellung des Jungspundes gehen schon nach dem ersten Durchlauf gehörig auf den, Entschuldigung, Sack und verschleiern fabulös, dass Cro auch eigentlich gar kein schlechter Rapper ist, wenn er denn mal rappt. Die nächste Platin-Auszeichnung ist ergo nur eine Frage der Zeit, aber eben auch, wie lange Cro sich eigentlich selbst ertragen kann.


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