Dapayk & Padberg Smoke


Mo's Ferry/Rough Trade

Auf dem Cover zieht der titelgebende SMOKE – vermutlich der einer Zigarette – vom Munde Niklas Worgts durch den seiner Lebensgefährtin Eva Padberg und hinaus aus dem Bild. Was soll das bedeuten? Ein Aufruf zum zivilen Ungehorsam gegen die Rauchergesetzgebung? Ein Statement für den ungehinderten Genuss? Ein Sinnbild für den Hedonismus? Man weiß es nicht, aber es sieht schon sehr gut aus. Und über das vierte Album von Dapayk & Padberg wäre zu sagen: Man hört es gern, aber man weiß nicht so recht, wieso. Denn eigentlich passiert auf SMOKE nicht sehr viel. Die Beats wackeln unbeirrt, aber bisweilen ziellos, ab und an pumpen sie auch ein bisschen. Ein paar Geräusche wabern durch die Szenerie, manchmal schaben sie etwas aufdringlich. Mit-unter beginnt dann Frau Padberg zu singen. Oder irgendjemand summt. Es scheint fast so, als versuche Dapayk auf smoke seiner alten Liebe Minimal Techno neues Leben einzuhauchen, indem er ihn mit möglichst vielen klanglichen Überraschungen, einigen rhythmischen Ungereimtheiten und wenigen strukturellen Verwerfungen konfrontiert.

Das Ergebnis klingt zwar immer noch reduziert und spartanisch, ist aber eben kein Minimal mehr. Vielleicht, weil Minimal heute kaum mehr möglich ist. SMOKE ist die Platte, die die Trauer über diesen Verlust mit der Abgeklärtheit eines glücklichen Exrauchers in Töne fasst.


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