Delay Trees Delay Trees


Johanna Kustannus/Cargo VÖ: 21. Januar 2011

Ihre Debüt-EP „Soft Construction“ stieß 2009 nur auf sehr überschaubares Interesse. Mit dem ersten Album bringt das Quartett um Sänger und Gitarrist Rami Vierula aus Helsinki-Hämeenlinna jede Menge verträumter Melodien. Die Band versteht sich gut darauf, ihre meist sanft dahingleitenden Popsongs mit größter Unaufdringlichkeit und Nachhaltigkeit im Ohr zu verankern.

Als passender Vergleich fallen einem da erst einmal die frühen Feelies ein, die mit ähnlich subtilen Mitteln eine vergleichbar große Wirkung erzielten. Es ist schon beeindruckend, wie es Delay Trees in Songs wie „Tarantula/Holding On“ und „Quarantine“ schaffen, eine völlig entspannte Atmosphäre herbeizuzaubern. Die Songs der Finnen laden geradewegs dazu ein, sich dem Müßiggang hinzugeben, ohne jedes schlechte Gewissen.

Mit ihrem gerad­linigen Dreampop schließt die Band zwar sicherlich keine besonders große Markt­lücke, aber vergleicht man ihr Debütalbum mit dem Output weitaus etablierterer und zu Unrecht deutlich mehr gehypter Bands, dann schneidet Delay Trees, nicht zuletzt wegen wundervoller Songs wie „Whales & Colors“, die sogar eine gewisse Vorliebe für die Vocalakrobatik der Beach Boys erahnen lassen, mehr als nur achtbar ab.


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