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Dexys Let The Record Show: Dexys Do Irish And Country Soul


Rhino/Warner

Die Öffentlichkeitswirkung von Dexys, vor vielen Jahren mal als Dexys Midnight Runners weltbekannt, ist natürlich ganz und gar hervorragend. Es handelt sich um eine interessant, traditionsbewusst und wertig gekleidete Band, als Modemarke, die mit Worten wie Zeitlosigkeit oder Nachhaltigkeit operiert, würde man sie sofort als Testimonial buchen. Auch in den Pressenotizen zu dieser Platte erklärt uns Kevin Rowland noch einmal den Unterschied zwischen Stil und Mode. Was das mit der Musik auf diesem Album zu tun hat, bleibt indes unklar.

Vielleicht wird so ein Schuh daraus: Gute Songs sind wie gute Hemden, sie halten eine Weile und etwas aus. Deshalb spielen Dexys hier eine ganze Reihe guter Songs nach, beginnend bei irischen Volksliedern – Querverweise zu der Musik der Insel fanden sich auf den zwischen 1980 und 1985 erschienenen ersten drei Alben – über Klassiker aus dem amerikanischen Pop-Songbook bis hin zu LeAnn Rimes („How Do I Live“, ihr von Diane Warren geschriebener Mega-Hit aus dem Jahr 1997). Dexys klammern das ganze über Inszenierung und Instrumentierung.

Die Songs sind schwelgerisch, aber analog in Szene gesetzt, Rowland selbst singt mit viel Schmelz und dieser Art Crooner-Lust, die sich in gelegentlichen Ad-libs und leichten Änderungen und Erweiterungen im Text manifestiert. Manchmal funktioniert das, etwa bei dem generell schon sehr oft gecoverten „To Love Somebody“, im Original von den Bee Gees. An anderen Stellen verirrt sich die Band in nicht unangenehmen, aber eben rein kunsthandwerklichen Traditionalismen.

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