Album der Woche

Die Heiterkeit Was passiert ist


Buback/Indigo (VÖ: 1.3.)

von

Erst im unendlich heißen Sommer 2018 hatte Stella Sommer mit 13 KINDS OF HAPPINESS ein Soloalbum auf Englisch veröffentlicht; das war klug, denn der internationale Markt hat Interesse an dieser Sängerin, die so prima in die Schubladen der düster-ernsten deutschen Frauenstimmen passt.

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Nun also weiter mit Die Heiterkeit, Stella Sommer hat vieles allein gemacht, komponiert sowieso, aber auch viele Instrumente gespielt. Stella ist die Band, die Band ist Stella – nur, dass die Texte unter dem Heiterkeits-Label wieder deutsch sind. Wie sie im Titelstück oder auch bei „Im Fluss“ die Worte aneinanderreiht und dabei streng und sexy wirkt, das erinnert noch mehr als vorher schon an Dirk von Lowtzow, zumal Tocotronic zuletzt ja auch Musik ohne Gitarren gemacht haben. Was hier noch passiert: Hier und da bietet Sommer die Oh-oh-oh’s, die Morrissey nicht mehr draufhat; auch die kosmischen Existenzialismus-Gedanken Nick Caves sind nicht fern.

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„Dieses Mädchen“ verbindet Industrial mit Phil Spector, „Das Wort“ Goth-Rock mit Eurovisions-Hymnik. Manchmal wirkt es so, als habe Sommer diese Lieder für eine Fernsehshow aus den 70er- oder 80er-Jahren geschrieben, bei denen Sängerinnen wie Alexandra dramatische Lieder gesungen haben.

Klingt wie: Alexandra: Träume… Illusionen … (1968) / Tocotronic: Die Unendlichkeit (2017) / Zola Jesus: Okovi (2017) 

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