Die Wände Die Wände


Glitterhouse/Indigo (VÖ: 15.4.)

von

„Die ewige Baustelle“ heißt der erste Song und dauert nicht ewig, aber doch epische dreizehneinhalb Minuten. In denen prescht der Rhythmus mal mit einer Dringlichkeit voran, wie man sie von den besten Kante-Momenten noch kennt, bevor das Unternehmen ins Stocken gerät und langsam dann doch wieder Fahrt aufnimmt und die bedrohliche, paranoide Atmosphäre wieder aufbaut.

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Und „Future Me“: Da wird die Zeile „Die Wände kommen näher“ gesungen, und das hat angesichts dessen, dass sich die Berliner Band Die Wände nennt, natürlich einen gewissen Humor, aber man kann dann vor allem doch die Klaustrophobie spüren, bis der Bass ganz allein durchs Nichts tuckert. Oder doch lieber „#191970“, da wird gar nicht gesungen, aber ein Rhythmus seziert, Klangberge aufgetürmt und wieder abgeräumt und neu aufgebaut wie von einem Sisyphus, den man sich als glücklichen Menschen vorstellen darf.

Ja, wie soll man es nennen, was das Trio auf seinem zweiten, schlicht nach sich selbst DIE WÄNDE betitelten Album da macht: Postpunk oder Hamburger Schule, Krautrock oder hypnotischer Indie-Jam? Stimmt alles irgendwie und dann doch wieder nicht, weil Die Wände ihren eigenen, sehr dezidierten Sound gefunden haben, der zwar immer mal wieder an andere erinnert, aber die sind dann so verschieden wie Tocotronic, Can oder die schon erwähnten Kante, was Die Wände dann zwar nicht originär, aber doch recht einzigartig macht.


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