Dope Body Kunk


Drag City/Rough Trade VÖ: 28.08.2015

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Auf dem beeindruckenden Vorgänger LIFER haben sie noch auf offensichtliche Angriffspunkte aus der Rock-Vergangenheit verwiesen. Vor allem der Punk zwischen Iggy und The Clash, Black Sabbath und Led Zeppelin, Post-Punk und Grunge hatten es Dope Body angetan.

Jetzt gehen sie in „Casual“ auf Unruheherde zurück, für die Mitte der Achtzigerjahre unter anderem Big Black zuständig waren. Entschlossen stürzen sie sich auf trocken produziertes und krächzend krähendes Gitarrenspiel, dazu kommen ein Beat mit HipHop-Tendenz und martialische Aufschreie. Man muss sich schon mit Gewalt wehren, wenn man keine Parallelen zu „Kerosene“ von Steve Albinis legendären Luntenlegern entdecken will. „Casual“ ist einer der besten Album-Einstiege in der jüngsten Rockgeschichte. Was folgt, geht in eine ähnliche Richtung, aber unter größerer Ausreizung des Chaosfaktors. Dass es in „Goon Line“ so kommt, ist angesichts des auf einen Schlägertypen verweisenden Songtitels von vornherein nicht unwahrscheinlich. Eine verzerrte Gitarre sorgt in einem fort für Störfeuer, der Gesang erinnert an die Berserkerei eines Henry Rollins. Auch diese Mischung aus Quäken und Blubbern am Anfang von „Old Grey“ ist ein Aufreger.

Dope Body Leute wollen es nicht so wie alle anderen machen. Sie kümmern sich nicht um ihre eigene Historie. Wenn sie sich an Vorlagen halten, fügen sie ihnen noch mehr Wahnsinn hinzu. Diese Brachialarbeiter aus Baltimore zählen unter den derben Indie-Rock-Bands im Augenblick zu den klar besten.


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