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Drake & Future What A Time To Be Alive


Cash Money/Epic/Sony/A1 VÖ: 20. September 2015

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Der Hit gibt die Richtung vor: In „Diamonds Dancing“ ist Future im Club, Hustensaft und Champagner stehen bereit, der Autotune-Regler ist kurz vorm Anschlag und zappelt hin und her wie die Diamanten seiner Kette. Überhaupt scheint es ihm ganz gut zu gehen: Future hat eine „bitch located in every city“, die er mit dem Privatjet aufsucht, wenn der Bentley mal in der Garage bleiben soll.

Dass Drake für dieses Tape der geeignete Partner ist, versteht sich von selbst, doch das Zusammentreffen der beiden funktioniert vor allem auf stimmlicher Ebene wie ein Ying und Yang: Futures Parts sind gewohnt lethargisch, als hätte man ihn mitten in der Nacht wachgerüttelt und ihm ein Mikro unter die Nase gehalten; Drake dagegen klingt, wie Drake klingt: Leicht knartschig, aber immer on point.

Zum Verhängnis werden den beiden höchstens die Beats: Die gehen größtenteils auf die Kappe von Metro Boomin, dessen bis dato größter Erfolg als Produzent der iLoveMakonnen-Hit „Tuesday“ ist. Auf WHAT A TIME TO BE ALIVE klingen die Instrumentals zumeist so, wie die Diamanten auf dem Cover aussehen: kühl, hart, teuer – und einander viel zu ähnlich. Ein gutes Mixtape für zwischendurch ist Drake und Future aber allemal gelungen.


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