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Drama Dance Without Me


Ghostly International/Cargo (VÖ: 21.2.)

Was macht ihr denn in der Regel so morgens um 4 nach 7? Immer wenn ein Songtitel wahlweise ein Datum oder eine Uhrzeit im Titel trägt, regt dies zur Selbstreflexion an. Im Falle des Openers „7:04 AM“ auf dem Debütalbum des Duos aus Chicago wird für alle gesungen, die nicht zu denen gehören, die jemanden für einen Anruf in der späten Nacht haben.

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„I’ll be here for you, for years to come“, singt Songwriterin Via Rosa deshalb auch auf „Years“ und schon nach zwei Songs muss sich auf dem von Piano-Klängen, warmen Bässen und housigen R’n’B-Beats begleiteten Tracks niemand mehr alleine fühlen. Die Sound-Decke, die alle Hörer*innen wärmt, lässt die Musik nicht selten wie die von Sophie Hunger klingen, die alte Moloko-Beats entdeckt hat, was nur im ersten Moment so wirkt, als wäre das ein sich im Einsturz befindliches Referenz-Kartenhaus.

Damit sind die beiden und ihre von House, Bass und großem Pop unterrichteten Tracks aber längst nicht auserzählt. Mit „Good For Nothing“, dem glattgeleckten Bass und dem in Hall getränkten Schlagzeug, wandern wir straight in eine Folge von „Miami Vice“, und der Albumcloser „Dance Without Me“ wäre auch auf einer neuen Platte von Jamie xx gut aufgehoben. Insgesamt gewinnen die ruhigeren, verschleppten Stücke deutlich, was vor allem durch die zig Emotionen begründet wird, die in Via Rosas Stimme liegen und in den Slowburnern etwas mehr Luft bekommen.


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